Selbstgestochenes KVH Piercing
At A Glance
Author Jana
Contact Jana@bme.anon
When A month ago
Artist ich
Studio zuhause
Location Chemnitz, Germany
Hallo erst mal an alle interresierten deutschsprachigen Leser.

Ein bisschen was zu meiner vorgeschichte: ich habe mit achtzehn Jahren angefangen mich piercen zu lassen. Da meine Eltern gegen diese Art von Körperverschönerung sind war es mir vorher nicht möglich obwohl der wunsch nach Piercings schon sehr lange in mir vorhanden ist. Einen Tag nach meinem achtzehnten Geburtstag fand ich mich also in einem Piercingstudio ein und ließ mir die Zunge piercen. Und wie das nun mal so ist... wer einmal auf den Geschmack gekommen ist kommt schwer wieder los.

Im Moment habe ich ein Zungenpiercing, zwei Nackenpiercings, die linke Brustwarze, mein Septum, meine Lippe, Tragus, Klitorisvorhaut vertikal, ein Tattoo und gedehnte Ohrlöcher. Eine gute statistik, wenn man bedenkt das mein Zungenpiercing erst ca. ein Jahr zurückliegt!

Ich möchte jetzt darüber schreiben, wie ich mir mein Klitorisvorhautpiercing selbst gestochen habe. Ich möchte aber hierbei erwähnen, das selber stechen mit einem hohen Risiko verbunden ist und ich trotz des guten Ergebnisses jedem raten möchte sich in die Hände eines proffesionellen Piercers zu begeben. Mein Fall soll kein Vorbild darstellen.

Ich habe also schon viele body mods und in mir wuchs der Wunsch nach einem Intimpiercing. Ich schaute mich also bei bmezine um und entschied mich dann nach einigen hin und her gegen ein Christina und für ein vertikales kvh piercing. Mein Problem war aber das es mir aus irgendeinem Grund unangenehm war mit diesem Wunsch zu meiner P'iercerin zu gehen. Also entschloss ich mich mir dieses Piercing selbst zu stechen. Ich informierte mich über den bestgeeignetsten Schmuck, die beste Stärke und die richtige Plazierung, sowie über die Risiken und Heilungszeiten.

Im Internet bestellte ich mir sterile Handschuhe, Desinfektionsmittel, eine Klemme, Nadeln, Wunddesinfektionsmittel und den Schmuck (natürlich aus Titan): ein 8mm langes Bananabarbell mit 1,6 mm Stärke und 4mm Kugeln. Ich hatte beschlossen gleich auch noch meinen Tragus mit zu piercen wobei dafür aber der Schmuck schon vorhanden war.

Im Bad bereitete ich mich dann erst mal vor. ich desinfizierte alle Ablagen und legte sterile Mullbinden aus auf denen ich dann meine "Instrumente" bereitlegte.

Ich piercte zuerst meinen Tragus was mit einigen Schwierigkeiten hinsichtlich des einsetzen des Schmucks verbunden war, da die Stelle schwer selbst zu erreichen ist, aber alles lief dann doch recht glatt und trotz des Adrenalins was durch meinen Körper ging, war ich ruhig und relaxt. Es war in dem Moment als hätte ich das alles schon hundert mal gemacht, totale Rutine.

Also ging es nun an die KVH... Ich setzte mich breitbeinig auf einen stuhl der mit einem Handtuch abgedeckt war (wegen der Blutung). Alles war in guter Reichweite genau vor mir. Ich desinfizierte die stelle sehr gründlich und spannte meine KVH in die Zange ein. Ich habe selbst abgeschätzt das es gerade wird und das der Stichkanal genau richtiig lang sein wird. Dann habe ich die Nadel mit der Kanüle aus der sterilen Verpackung geholt und von oben nach unten durchgestochen. Schmerz habe ich wie beim Tragus nicht gespürt, was ich mir nur damit erklären kann das ich mit Adrenalin vollgepumpt war. Ich zog die Nadel aus der Kanüle und setzte den Schmuck in diese und zog in so durch den Stichkanal. Ich schraubte die obere Kugel fest und stillte die geringe Blutung mit sterilen Mullbinden, dann desinfizierte ich nochmals gründlich und sah mir dann mein Werk im Spiegel an.

Es war PERFEKT!!!! sehr gerade und die untere Kugel liegt genau auf dem Kitzler... sehr fein! Ich zog also meine Hosen an (mit Binde wegen weiterer Blutung) und packte meine sachen zusammen. Ich muss noch sagen, dass ich wärend des Vorgangs bestimmt vier mal meine Handschuhe gewächselt habe.

Ich setzte mich in meine Küche und rauchte erst mal eine. Bis dahin war ich sehr ruhig gewesen, aber jetzt kam doch das Adrenalin durch. Mit einem Schlag war ich total aufgekratzt und konnte eigendlich nicht fassen was ich eben getan hatte!!!

Die Nachbehandlung war sehr problemlos (wie bei allen meinen Piercings) Ich desinfizierte zwei bis drei mal am tag und machte manchmal Sitzbäder in Meersalzwasser. Der Eigenurin hat sein übriges getan.

Ich habe vorher niemanden von meinem Vorhaben erzählt gehabt, aber mein Freund hat sich gefreut wie ein Schneekönig! Ich erzähle immer noch nicht gern das ich mir das Piercing selbst gestochen habe weil die Leute einen doch leicht für verrückt erklären (zumindest nicht body mod fans)

ich bin sehr zufrieden mit meinem Piercin, es ist wirklich wunderschön. Ich möchte trotzdem nocheinmal sagen, dass dieser Bericht keine Anleitung sein soll. Nehmt das Risiko was auch ich hatte nicht in Kauf und geht lieber zu einem Piercer. Ich habe selbst schon oft bei Piercingprozeduren zugeschaut und habe mir diesen Schritt aus diesem Grund auch getraut. Noch weiß ich nicht ob ich soetwas wieder tun würde, obwohl ich natürlich gern noch eine Christina hätte ;-)

Bei Fragen könnt ihr mir gerne schreiben.

Eure Jana


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