Bereits längere Zeit habe ich mit dem Gedanken gespielt, mir ein Intimpiercing stechen zu lassen. Jedoch hatte ich nie den Mut, mal in ein Piercingstudio zu gehen und mich beraten zu lassen. Ich hatte mir "diese Typen dort" immer als schwarzgekleidete Gestalten mit viel Blech im Gesicht (oder sonst wo) und einer sehr ungesunden Hautfarbe vorgestellt.
At A Glance Author fist3r Contact fist3r@gmail.com When It just happened Artist Thorsten Studio Wildcat München Location München
Aber dann kam alles ganz anders...
Vor etwa sechs Wochen haben sich meine Lebensumstände geändert, und so beschloss ich, dass ich an mir auch mal etwas ändern könnte. Und bereits einige Tage später war ich in einer Kneipe und traf dort einen Bekannten, der mir etwa einmal im Jahr über den Weg läuft. Wir saßen zusammen an der Bar und hatten bereits ein paar Biere intus, als wir auf das Thema Intimschmuck zu sprechen kamen. Mein Bekannter erzählte mir, dass er seit einem halben Jahr einen PA trägt und sich nun ein Ampallang setzen lassen möchte. "Cool", dachte ich bei mir, so was will ich auch.
Wie naiv von mir!
Ich habe mich dann im Internet schlau gemacht, besonders interessant fand ich diese Story. Ich musste also unbedingt ein Ampallang haben!
Nun musste ich nur noch ein gutes Studio finden. Bis dahin kannte ich lediglich Cutglass in München vom hören-sagen. Ich brauchte allerdings mehr Informationen. Auf der privaten Homepage eines Paares aus Niederbayern fand ich den Namen eines anderen Münchner Studios: Wildcat. Ein anderes Paar, welches eine sehr informative Seite zum Thema Piercing ins Netz gestellt hatte, habe ich sogar angemailt. Leider konnten mir die beiden auch kein Studio empfehlen, da ihr Stammpiercer nicht mehr arbeitet.
Damit waren noch Cutglass und Wildcat im rennen. Also beschloss ich, bei beiden Studios anzurufen und fragte einfach, was ich tun muss, wenn ich Ampallang haben will.
Bei Cutglass war das Gespräch recht kurz: Ich sollte meine Eichel mit einer Schieblehre ausmessen und die Daten durchgeben. Man würde dann den entsprechenden Stab bestellen und ich sollte dann einen Termin zum stechen ausmachen. Ende des Gespräches.
"Toll", dachte ich mir. Das war ja eine super Beratung...
Nächstes Telefonat. Wildcat. Und hier war alles ganz anders. Eine sehr nette weibliche Stimme erklärte mir, ich soll erst mal zu einem Beratungsgespräch vorbeikommen. Denn sowas sollte man auf jeden Fall persönlich bereden, und nicht am Telefon.
Zwei Tage später fand ich mich mit einer Freundin, die zum Händchenhalten mitkam, im Wildcat wieder. Und dort musste ich auch gleich feststellen, dass an der Telefonstimme nicht nur die Stimme sehr süß ist! Sie (Tine) konnte sich auch an mich erinnern, nachdem ich ihr meinen Wunsch vorgetragen hatte. Allerdings ist sie die Azubine, und so habe ich dann mein Gespräch mit Thorsten fortgeführt. Seine erste Frage war, wieviele Piercings ich denn schon hätte. Ich erklärte, dass ich mir von vielen Jahren mal ein Brustwarzenpiercing stechen ließ (und war in dem Moment aus unerklärlichen Gründen sehr Stolz auf mich). Thorsten beeindruckte das natürlich nicht im geringsten. Statt dessen fragte er mich, warum es denn ein Ampallang sein sollte. Schließlich sei das ein sehr großer Schritt, der für Anfänger nicht wirklich empfehlenswert ist.
"Tja, warum" dachte ich bei mir. Mit dieser Frage hatte ich in meiner grandiosen Naivität nicht gerechnet. "Aus rein sexuellen Gründen." warf ich ihm entgegen. Thorsten musste aber lediglich breit grinsen. Er klärte mich die nächsten zwanzig Minuten über die Nachteile des Ampallang auf und dass ein Stab, der quer durch die Eichel verläuft, einer Partnerin eigentlich nicht soviel bringt. Schließlich sind die Reizpunkte bei einer Frau in der Vagina oben und unten zu finden, seltener rechts und links. Hier wäre ein Apadravya sinnvoller, da der Stab eben von oben nach unten geht. Das leuchtete ein.
Und um ein Piercing, welches durch die Harnröhre geht, erst einmal auszuprobieren, sollte ich mit einem PA anfangen. Wiederum musste ich Thorsten recht geben. Er hat mir also mit nachvollziehbaren Argumenten das Ampallang ausgeredet.
Natürlich wollte ich den PA sofort haben. Thorsten jedoch erklärte mir, er werde mich heute nicht mehr stechen, ich sollte nach soviel Information erst mal drüber schlafen (und er hatte schon wieder recht). Ich habe mir dann den restlichen Tag und Abend Gedanken darüber gemacht, ob ich eigentlich wirklich ein Intimpiercing haben wollte. Und am nächsten Tag stand mein Entschluss fest: Ja, der PA muss her!
Zum zweiten Mal fand ich mich mit der Freundin nun bei Wildcat ein. Thorsten und Tine begrüßten uns sehr freundlich und waren erstaunt, dass ich mich nun doch so schnell für den PA entschieden hatte. Dann folgte nochmals ein Aufklärungsgespräch mit dem obligatorischen Fragebogen. Thorsten sagte noch, dass wir alles entspannt angehen werden; damit fanden wir uns vor der Tür auf eine Zigarette wieder.
Und dann wurde es ernst. Ich legte mich auf die Bahre, und Thorsten erklärte mir jeden Arbeitsschritt sehr ausführlich. Er bereitete die Instrumente vor, desinfizierte und betäubte meinen kleinen Freund. Dann folgten zehn Minuten langes Warten, bis das Betäubungsmittel anfing zu wirken. Meine Freundin, die neben mir stand, versuchte mich abzulenken. Ich habe allerdings nicht so recht zugehört. Schließlich stand Tine neben ihr, die alles genau beobachtete (schließlich soll sie ja was lernen ;-)). Und Tine fand ich schon sehr faszinierend. Als Thorsten nochmals alles desinfizierte und inzwischen zum dritten mal seine Handschuhe gewechselt hatte, fragte ich, ob eigentlich die männlichen Kunden nicht ein Problem haben, wenn eine junge Frau danebensteht. Er erklärte mir, dass die Kunden eher ein Problem haben, wenn er an den Geschlechtsteilen der Männer arbeitet.
Und dann ging alles ganz schnell. Thorsten schob mir ein Röhrchen, welches er mir vorher gezeigt hatte, in die Harnröhre. Dann sagte er, ich soll tief ein- und ausatmen. Auf mein Kommando stach er dann zu.
Ich erwartete Schmerzen bis zur Bewusstlosigkeit, aber es geschah ... nichts! Die Betäubung hatte hervorragend gewirkt.
Zusammen haben wir dann das "Einpacken" des Penisses geübt und Torsten gab mir noch ein paar Einweghandschuhe mit. Zum Schluss bekam ich noch jede Menge Traubenzucker und ein paar Bachblüten verabreicht, damit ich wieder fit werde.
Nachdem wir den Kontrolltermin vereinbart hatten, verließen die Händchenhalterin und ich das Studio.
Ich möchte mit dieser Story, die sich heute zugetragen hat, zeigen, dass ein bekannter Name nicht immer für entsprechende Qualität bürgt. Der Entschluss, mich bei Wildcat stechen zu lassen, war zwar sehr kurzfristig. Aber ich glaube, dass ich die richtige Wahl getroffen habe.
Bedanken möchte ich mich bei Thorsten für die exzellente Beratung (ihm geht es wirklich nicht um den schnellen Euro), bei Tine für ein bezauberndes Lächeln und bei Isis (der ich fast die Hand gebrochen hätte) für ihre Freundschaft!