At A Glance Author anonymous Contact anonymous@bme.anon When It just happened Artist Alexandra Studio Piercing City Location Vösendorf bei Wien, Österreich Was soll ich sagen? Ich hab's getan. Gelesen hat man ja schon viel darüber, hier und auch in de.rec.bodyart, die Photos und Erfahunrgsberichte studiert, mit der Freundin darüber geredet ...
(Was heißt drüber geredet? Sie zu überzeugen evrsucht :))
Naja, und irgendwann tut man's halt doch -- oder redet bloß ein Leben lang darüber :)
Und obwohl ich nach außen hin ein sehr konservatives Äußeres habe (keine sichtbaren Bodymods, und ich werde mir wohl auch kaum welche zulegen, in meinem Job undenkbar) hat mich der Gedanke an einGenitalpiercing schon immer gereizt.
Mein Piercing (PA) ist jetzt 3 Tage her, und mittlerweile blutet es auch nicht mehr. Überhaupt war die ganze Erfahrung viel untraumatischer, als ich das zuerst gedacht hätte. Die Seite www.prinzalbert.de setze ich als bekannt voraus, und durch die Diskussionen dort im Board aber auch im Usenet war mir bald klar, dass ich einen PA will, und kein anderes Genitalpiercing. Ich hatte zwar auch mit einem Frenum-Piercing geliebäugelt, aber meine Piercerin hat mir schließlich davon abgeraten.
Überhaupt, das Studio: Ich habe mich in der "Piercing-City" (www.piercing-city.at)im SCS/Mulitplex (Vösendorf bei Wien, Österreich) piercen lassen und kann das Studio nur wärmstens empfehlen. Sauber, kompetent, steril, insgesamt ein sehr guter Eindruck. Ich wurde freundlich und kompetent beraten, meine Fragen wurde geduldig und ausführlich beantwortet.
Wir haben uns beim Schmuck auf ein Horsehsoe Barbell geeinigt, weil ich das einfach ästhteitscher finde als einen simplen Ring. Blieb noch die Frage des Materials. Eigentlich hatte ich ja über PTFE nur Gutes gelesen, und auch meine Piercerin bestätigte mir, dass es zum Ersteinsatz ideal sei. (A propos Ersteinsatz: Seit einer EU-Richtlinie ist zum Ersteinsatz nur mehr PTFE, Titan, oder Niob zugelassen, bz.w Implantanium (R), eine Hausmarke von Wildcat, aber kein Chirurgenstahl!) Leider gibt es Teflon aber nur bis 1,6 mm, viel zu wenig um damit vernünftig einen PA stechen zu wollen.
Ein PA also. Ringstärke min. 2,4 mm, 3 mm wären mir dann doch etwas heftig gewesen. Nachdem wir einen Termin ausgemacht haben ("Und trinken Sie nicht zuviel Kaffee davor") bin ich wieder nach Hause, um am nächsten Tag zur vereinbarten Uhrzeit zurückzukommen. Nachdem ich die notwendigen Papiere unterschrieben habe, hat mich Alexandra in das Piercingzimmer (räumlich vom Verkaufsraum und den Nebenräumen getrennt, wie sich's gehört) geführt.
Letzte Untersuchungen, Durchleuchtung ... ich bin ganz schön nervös. Der Stichkanal wird angezeichnet (für Linksträger geeignet, Austritt rechts vom Bändchen), Betäubungsmittel aufgetragen, "Receiving Tube" (wie heißt das eigentlich auf Deutsch?) eingeführt. Dieses Einführen in die Harnröhre war eigentlich der schmerzhafteste Teil, aber das war nach den ganzen Berichten auch zu erwarten gewesen. Danach ein kurzes Stechen, kaum mehr als ein Ziehen oder Zwicken, vollbracht!
Ich bin im nachhinein noch immer erstaunt, wie wenig es geschmerzt hat. Ich meine, man halte sich vor Augen, dass hier immerhin ein sehr empfindlicher -- wenn nicht der empfindlichste überhaupt -- des Mannes durchstochen wird. Aber ich kann bestätigen, dass die Schwierigkeiten hauptsächlich psychologischer Natur ("Sie wird jetzt meinen PENIS durchtechen, verdammt nochmal! Was, wenn ich einen Steifen kriege?" usw. usw.) sind.
Naja, der eigentliche Eingriff war dann sehr schnell beendet. Sie hat eine Mullbinde um das Barbell gewickelt, den Handschuh über den Penis gezogen, ich hab mich angezogen und bezahlt. Danach hat mir Alexandra noch den pfleglichen Umgang mit dem Piercing erklärt und ein Infoblatt mit gegeben, sowei ihre Handynummer gegeben, mit der Ermahnung sie anzurufen, wenn sich der Heilungsprozess verzögert. Sie hätte da einen Arzt an der Hand, der sich auch mit Piercings auskennt, auch wenn das bis jetzt bei einem PA noch nie notwendig gewesen sei (Am Empfindlichsten in dieser Hinsicht sind scheinbar Bauchnabel Piercings. Naja.)
Insgesamt war ich ziemlich stolz auf mich, und auch der Schuck (ein Horseshoe Barbell, 2,5mm, Titan) schaut sehr gut aus. Geblutet hat es beim Stechen überhaupt nicht, auch am Weg nach Hause nicht, aber einer Empfehlung meiner Piercerin zufolge habe ich in der ersten Nacht eine Slipeinlage meiner Freundin in den Pyjama getan -- und mir so eine versaute Bettwäsche erspart, da es offenbar dann doch ein wenig geblutet hat.
In der Früh bin ich in die Dusche, Hände gewaschen, Piercing in Salzlösung gespült, und ab ins Büro. Diese Prozedur wiederhole ich zweimal täglich, und die Heilung schreitet gut voran, auch beim Pinkeln habe ich keine Beschwerden, am ersten Tag hat es ein bisschen gebrannt, aber seit dem ist nichts mehr. (Naja, ab jetzt ist halt Pinkeln im Sitzen angesagt, aber nachdem ich mein Klo selbst putze habe ich das auch schon bisher gemacht, da ändert sich nicht viel.)
Bisher hatte ich keinen Sex, was mir eigentlich am schwersten fällt. Obwohl ich also zur sexuellen "Effizienz" noch nichts sagen kann: ich würde es jederzeit wieder machen lassen, allein optisch-ästhetisch ist es einfach toll. Natürlich kostet es etwas an Übwerwindung, aber es zahlt sich aus.
Wenn Du noch zögerst: Tu's einfach, Du wirst es nicht bereuen.