Scrotum Piercing mit anschliessender Nebenhodenentzündung
At A Glance
Author Hannes
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When Six months ago
Location Berlin
Mein Scrotum Piercing mit anschliessender Nebenhodenentzündung

Ungefähr seit meinem 16ten Lebensjahr wollte ich ein Intimpiercing haben, nachdem ich die verschiedenen Varianten auf einer Klassenfahrt nach Holland/Amsterdam gesehen hatte. Ich fühlte mich dort wie in einer Zauberwelt in der das Abgefahrene das Normale ist, und während meine Freunde hauptsächlich irgendwelche Standardpornos durchstöberten konnte ich gar nicht genug Piecings aller Art sehen. Ich war regelrecht angefixt. Da ich jedoch Allergiker bin hatte ich etwas Angst mir eins machen zu lassen, weil ich irgendwelche Komplikationen befürchtete. Wäre ich nicht so ängstlich gewesen, hätte ich mir gleich an Ort und Stelle ein Piercing verpassen lassen. Jedoch der Gedanke an ein entzündetes Piercing auf einer Klassenfahrt schreckte mich so ab, dass ich es bleiben liess. Nach dem Amsterdambesuch wieder zu Hause angekommen (in der normalen Welt) behielt ich den Wunsch in mir, aber da es in der Gegend wo ich damals mit meinen Eltern wohnte kein Piecingstudio gab, hab ich mich nic ht weiter darum gekümmert.

Aufgefrischt wurde mein Wunsch nach einem Piercing erst wieder als ich mit 24 meine jetzige Freundin kennenlernte, die an Bauchnabel und Klitorisvorhaut gepierced war. Als ich sie das erstemal streichelte, dachte ich fast ich träume, und sie muss sich etwas bescheuert vorgekommen sein, da ich meine Freude ungehemmt rausliess. So hatte vorher noch keiner auf ihr Intimpiercing reagiert. Wieder angelangt in der "Traumwelt" hatte ich jetzt einen Ansprechpartner und konnte alles wichtige erfahren (wo, wie, wer, hat es weh getan... ). Sie fand meine Idee von einem ein Scrotum-Piercing auch sehr gut und ich war bereit dafür. Ich wollte einen vertikalen Stift direkt am Übergang vom Penis zum Sack, den man nur dann richtig sieht, wenn der Schwanz steif ist. Meine Freundin freute sich besonders auch die praktische Wirkung beim Sex von hinten.

Also wurde ein Termin an einem Donnerstagmorgen beim Piercing Studio um die Ecke vereinbart. Meine Freundin und ich hatten beide am Freitag frei, und somit ein langes Wochenende. Wir konnten es beide kaum abwarten, aber als der grosse Tag gekommen war, war mir doch ziemlich mulmig. Im Studio selbst herrschte eine wirklich angenehme saubere Atmosphäre, trotzdem wurde mir immer unwohler. Zum Glück war meine Freundin mit dabei, die mir gut zuredete. Der Piercer sah mir wohl an, dass ich etwas blass war und war super nett und hat sich auch Zeit gelassen. Zur Begrüssung gab es erstmal ein Keks und etwas zu trinken und nachdem wir ein Bischen gequatscht hatten, gingen wir nach hinten. Eigentlich hat fast nur meine Freundin mit ihm geredet, aber das war mir auch ganz lieb, weil so der Fokus nicht so auf mir ruhte. Mein Schmuckstück hatte ich mir schon vorher ausgesucht (ein keiner silberner Steg) und als ich mit runtergelassener Hose vor ihm stand, und er seine Markierungen machte wurde ich lustigerweise ganz ruhig. Das Gebiet wurde mit einer Creme eingerieben und desinfiziert, und nachdem der Desinfektionsspray getrocknet war, ging es los. Das Stechen selbst hat eigentlich fast garnicht weh getan. Jeder der beim Sport mal "ordentlich eins in die Eier" bekommen hat hat mehr Schmerzen erlebt. Ich war fast wie in Trance und die Welt war für mich in diesem Moment in Ordnung. Meine Freundin hat sich noch die Pflege und Säuberung erklären lassen und etwas wackelig auf den Beinen aber super glücklich fuhren wir nach Hause.

Der erste Tag verlief ganz gut und es hat auch kaum geblutet. Im Nachhinein kann ich sogar sagen, dass der erste Tag vielleicht zu gut verlief, wie ich gleich berichten werde. Jedes Mal, wenn ich auf Toilette war musste ich mich vor dem Spiegel betrachten. Auch meine Freundin wollte mich ständig anschauen. Da es abends kaum weh tag und die Situation sehr ausgelassen war, taten wir etwas unkluges: wir hatten Sex. Wir waren zwar sehr vorsichtig, da die direkte Behrührung logischrweise weh tat, aber der Schmerz war auszuhalten und die Lust war grösser. Der Piercer hatte uns natürlich erklärt, was wir tun und lassen sollten, Ihn trifft also keine Schuld, wir dachten einfach, wir wüssten es besser.

Nach dieser ersten Nacht hatte ich morgens ein dumpfes Gefühl in meinem Sack (im Nachhinein kann ich sagen, Bakterien arbeiten verdammt schnell...). Gegen Abend war aus dem dumpfen Gefühl ein gemeiner Schmerz geworden. Da der Schmerz am nächsten Tag noch heftiger wurde und der Sack auch ganz rot und dick war (ich konnte nur breitbeinig und auch sehr langsam laufen), wollte ich zum Arzt. Nun erwies es sich aber als sehr nachteilig, dass ich mich vor dem Wochenende hatte stechen lassen, da es Samstag war und mein Urologe keine Sprechstunde hatt. Also fuhr ich ins Krankenhaus in die Notaufnahme. Dort war eine sehr nette Urologin, und ich dachte ich würde jetzt eine riesige Standpauke hören, aber weit gefehlt. Sie war sehr nett und behandelte mich, als seien entzündete Intimpiercings das normalste von der Welt. Auch unseren "Fehltritt" nahm sie eher schmunzelnd zur Kenntnis. Sie diagnostizierte nach einer wahnsinnig schmerzhaften Untersuchung eine Nebenhodenentzündung, durch auf steigende Bakterien vom After - von wessen After eigentlich, meinem oder der meiner Feundin ;-) ? Ich sollte kein Risiko eingehen und sie nahm den Stab raus (aua aua aua). Die Wunde wurde desinfiziert und versorgt mit Antibiotika und Schmerzmittel konnte ich nach hause gehen.

Wir fühlten uns nach der ganzen Aktion wie begossene Pudel, aber nach ca. 3 Tagen ging die Entzündung wieder weg. Ob ich mich nach dieser Erfahrung noch mal piercen lasse, weiss ich nicht. Schön finde ich es immernoch, aber mir fehlt der Mut. Meine Freundin meint, ich sollte beim nächsten Mal lieber die Vorhaut piercen lassen, aber ob das irgendwann stattfindet stheht in den Sternen.

Viele Grüße und stellt Euch schlauer an ;-)

Hannes


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