Meine Erfahrungen mit BME reicht recht lange zurück. Mit 17 Jahren habe ich versucht mein Frenulum mit einem Skalpell zu durchtrennen, damit die Vorhaut mehr Bewegungsspiel hat und weiter zurückgezogen werden kann. Ich bin durch das Fernsehen auf die Idee gekommen die Stelle zu vereisen. Ich glaube es war ein Fußballer, der nach einem Foul mit Einsspray behandelt wurde. Aber woher sollte ich so was nehmen? Flugs zu Tiefkühltruhe marschiert und nach geeigneten Alternativen geschaut. Mit einem Eiswürfel habe ich es tatsächlich geschafft das Gewebe zu betäuben. Mit Alkohol wurde rasch alles sterilisiert und ich habe versucht mit einem Skalpell loszulegen. So sehr ich mich auch bemüht habe, es war mir nicht möglich die Haut zu durchschneiden.
At A Glance Author anonymous When Six months ago Artist Selbst Studio zu Hause Um nicht ganz vergebens gearbeitet zu haben, habe ich kurzerhand versucht eine vorher in Whiskey sterilisierte Nähnadel durch das Frenulum zu stoßen. Das ging auch und hinterließ eine angenehmes Gefühl als die Nadel die Haut durchstochen hatte. Wenn mir schon die Frenutomie nicht gelingen sollte, wenigstens einen kleinen Sieg über meinen Körper wollte ich mir vergönnen.
Fast zehn Jahre später kam bei mir die Idee eines Piercings auf. Nur wo? Einerseits wollte ich nicht dass jeder sieht dass ich gepierct bin, andererseits sollte es auch nicht „zu krass" werden. Piercings wie ein Prinz Albert, oder andere grobe Sachen, für die man die Eichel durchstechen muss, kamen auf gar keinen Fall in Frage. Dabei bin ich dann auf das Frenum aufmerksam geworden. Es wird allgemein als Anfängerpiercing gelobt, das leicht verheilen soll. Das Perfekte Warmduscherpiercing (sic!) also! Da ich durch die Versuche der Vergangenheit wusste dass ein Durchstich des Frenulums machbar und die Schmerzen erträglich sind, wollte ich das ganze selber machen. Mir war und ist es zu peinlich so etwas von jemand anderen machen zu lassen.
Gesagt, getan. Ich habe mir einen Titanring von 10mm Durchmesser besorgt und das mehrere desinfizierte Pinzetten bereitgelegt. Ein Eiswürfel, in Alufolie gewickelt und sterilisiert, sollte für die nötige Betäubung sorgen. In Erwartung der Dinge, die nun folgen würden setzte ich mich breitbeinig auf meine Coach, sterilisierte mit Cutasept meine Eichel und kühlte für fünf bis zehn Minuten. Anschließend habe ich mittels sterilisierter Nähnadel das Frenluum durchstochen. Erneut durchfuhr mich das angenehme Gefühl des Schmerzes. Was danach folgte, war weniger schön: Ich habe versucht den Ring durch den Stichkanal zu ziehen. Und bin dabei kläglich gescheitert. Der Stichkanal hat sich sofort wieder geschlossen, und die Nadel war viel zu dünn.
Daraufhin habe ich mich im Internet schlau gemacht was die Profis so benützen: einen sog. Venenverweilkatheter. Das ist so etwas ähnliches wie eine dickere Spritzennadel, über die ein dünner Plastikschlauch, ähnlich wie bei ein Sunkist-Strohhalm gezogen ist. So etwas habe ich mir besorgt und alles inklusive mir für die nächste Sitzung sterilisiert.
Das Piercing habe ich mitsamt diversen Pinzetten zehn Minuten in kochendem Wasser ausgekocht. Besser wäre es allerdings gewesen, wenn ich das Werkzeug und den Ring zehn Minuten im Schnellkochtopf gekocht hätte; durch den Dampfdruck und die größere Hitze wäre das sicherer um alle Bakterien und Viren zu zerstören. Abgelegt habe ich es dann auf einem mit Alufolie ausgelegten Tablett. Die Alufolie habe ich mit Desinfektionsmittel getränkt, ebenso meine Einweghandschuhe, die ich beim Piercen benutzen wollte.
Erst habe ich meine Eichel und das Frenum großzügig mit Desinfektionsmittel bearbeitetet und dann wieder das Spiel mit dem Eiswürfel gespielt. Vor dem Stich mit zitternden Knien noch mal rasch Cutasept aufgesprüht und ich war bereit. Voller Erwartung öffnete ich die sterile Verpackung des Katheters und sah mir das Ding genau an. Die Größe war erschreckend. Nichts desto trotz habe ich beherzt die Nadel in die rechte Hand, und mein Frenulum in die Linke genommen. Einatmen, Atem anhalten und los! Das war nun schon ein ganz anderes Stichgefühl, die Nadel war rund 4x so groß wie die alte! Es ist ein ganz sonderbares Gefühl, wenn die Haut endlich nachgibt und die Nadel durch das Frenulum fährt. Wahrscheinlich habe ich es mir eingebildet, aber ich habe fast so etwas wie ein Ächzen gehört. Der Stich war noch ok, aber das durchführen der langen Nadel war nicht unbedingt eine angenehme Erfahrung.
Gebannt habe ich nun etwas gewartet und das Ergebnis von oben herab betrachtet. Es ist ein sonderbares Gefühl zu sehen, das eine riesige Nadel durch das beste Stück gestochen wurde.
Ich habe die Nadel rausgezogen, dass nur noch der dünne Schlauch den Stichkanal offen hält. Anschließend habe ich den geöffneten Ring in den Schlauch eingefädelt und mit einem Ruck durch das Frenulum gezogen. Das wurde auch höchste Zeit, die betäubende Wirkung des Eiswürfels ließ leider schon ziemlich nach.
Der Ring war auch recht schnell verschlossen. Das Ergebnis war perfekt: Ich hatte wesentlich tiefer gestochen und damit mehr Haut erwischt als ich eigentlich gehofft hatte. Leider begann ziemlich rasch an den Stichwunden Blut durchzusickern. Nach zehn Minuten hörte das ganze immer noch nicht auf und mir wurde leicht unwohl. Also, Ring wieder aufmachen und raus damit. Leider habe ich meiner Panik nicht mehr gesehen, wo der Verschluss war und habe den Ring nicht aufgebracht. Also ist mir nichts anderes übrig geblieben als mich wieder anzuziehen und in den Keller zur Werkbank zu gehen wo ich dann mit einer Beißzange den Ring aufgezwickt habe (sehr unangenehm!) und das Piercing wieder rausziehen (noch viel unangenehmer!). Wenn noch jemand in diesen Keller gekommen wäre, es wäre mir in diesem Moment sch*** egal gewesen. Hauptsache raus damit! Nachdem der Ring draußen war hat die Blutung fast sofort aufgehört und ich habe vorsichtig wieder eingepackt. Oben habe ich dann noch mal eine gehörige Ladung Desinfektionsmittel draufgeschüttet, was brannte wie die Hölle.
Als das ganze grob verheilt war, habe ich mein Frenulum mit einer starken Taschenlampe durchleuchtet. Dabei kann man die Adern schön sehen – und zielsicher habe ich die größte angestochen...Ich würde es nicht mehr selber machen, ein Piercer kostet nicht die Welt!