Seit wann mich das Thema Piercing und Tattoo interessiert, weiß ich nicht. Aber ich meine, seitdem ich um die Jahrtausendwende Internet bekam, konnte ich mich mit der Materie endlich in hohem Maße befassen. Und was es da zu sehen und lesen gab war toll.
At A Glance Author Tim Contact tinix@gmx.de When Two years ago Artist Ich selbst Studio Badezimmer Location Deutschland zentral In diesem Bericht möchte ich erzählen, wie ich mir einen Lego-Baustein zu einem Piercing Werkzeug umfunktionierte, mir ein Frenum stach und bemerkte, dass sich dieses auch wunderbar eignet, um zu testen, wie sich eine Beschneidung anfühlt, indem das Frenum es ermöglicht, die Vorhaut zurückgezogen zu tragen.
Ich war schon immer von Tattoos und Piercings angetan. Jedoch kann ich mir nicht richtig vorstellen, ein richtiges Tattoo zu tragen. Ich gebe mir zwar Mühe, einige entsprechende Bilder zu entwerfen, aber ich merke dabei nicht nur, dass keins gut genug ist, sondern auch, dass sich mein Geschmack sprunghaft ändert.
Also blieben nur Piercings übrig. Die kann man wieder rausnehmen wenn sie einem nicht mehr gefallen und den kleinen Stichkanal (größere Aparate traue ich mir sowieso nicht zu) nehme ich gerne in Kauf. Da in meiner Familie Körperschmuck verpönt ist und ich auch nicht in dieser heiklen Materie anecken will, stand ich nun vor dem Problem: Ich wollte Erfahrung mit Piercings sammeln aber ohne, dass es jemand bemerkte. Mehr oder weniger schnell kam mir folglich das Frenum in den Sinn: Da ich unbeschnitten bin, eignet sich das sehr gut: im Normal-Zustand ist nichts zu entdecken.
Zu meiner Person:
1982 geboren, bin ich jetzt Diplomand der Fachrichtung Wirtschaftsinformatik (FH). Ich komme aus einer Familie, die natürlich auch hier und dort ihre kleinen Problemchen hat, aber wo eigentlich immer jeder mit dem anderen freundschaftlich umgeht. Vielleicht liegt es daran, oder an meinen vielen Hobbys (Keyboard, Computer, Filme, Musik, Aquaristik, R/C Autos ...), dass ich nie dazu kam, mir richtige Freunde zu suchen. Und der Verdacht, ein wenig schwul sein zu können macht die Sache auch nicht leichter. Dazu sei jedoch gesagt, dass ich noch keine sexuellen Erfahrungen mit jemand anderem außer mir habe, um mich da besser einzuschätzen. Kurzum: ein ungewollter Einzelgänger.
Gründe für ein Frenum:
Die Artikel auf bmzine! Irgendwann wollte ich einmal auch das Gefühl erleben, ein Piercing gesetzt zu bekommen. Als Einsteigerempfehlung eignet sich meiner Ansicht nach das Frenum am Besten: Es wird nicht viel Haut verletzt, es heilt schnell. Man kann es gut pflegen. Und das Wichtigste für mich: Keiner sieht's und es ist leicht selbst zu machen. Wenn man es später nicht mehr haben will, soll es schnell zuwachsen, wenn nicht, stört es auch kaum. Nachdem ich es jetzt schon ca. 2 Jahre habe, stellt sich auch heraus, dass es eine prima Möglichkeit ist, um eine Beschneidung zu simulieren. Von Beschneidungen war ich auch schon immer fasziniert. Ich hatte schon mit so manchem "Klebeband-Vorschlag" aus dem Internet experimentiert aber so toll wars dann auch nicht. Auch die Vorhaut halt zurückgezogen zu tragen klappt bei mir nicht, das rutscht bald wieder vor. Mit dem Frenum jetzt aber bleibt alles schön wo es je nach Stimmung hingehören soll. Ich laufe jetzt schon seit ca. 2 Jahren simulierend rum und es ist schon krass: Die Sensitivität der Eichel stumpft merklich ab, onanieren dauert länger. Nach dieser ganzen Zeit glaube ich, jetzt gefunden zu haben, was ich will: Eine echte Beschneidung high und tight kann ich mir nicht vorstellen, denn immer mal wieder anders gefällt mir noch besser.
Der Weg zu meinem Piercing-Stecker:
Als ich im Winter 2003/2004 ein Praktikum absolvierte, musste ich mir gezwungenermaßen eine eigene Wohnung nehmen. Nachdem ich schon zu Hause mit verschiedenen "Tools" experimentiert hatte, gelang mir in dieser Zeit endlich in erfolgreiches Piercing.
Früher hatte ich schon öfter mit diesen Spritzen aus den Druckernachfüllsets versucht mein Frenum zu durchstechen. Das war auch kein Problem, aber was einsetzen? Alles was ich hatte, war Angelschnur in den verschiedenen Dicken. Nicht so toll!
Aber jetzt hatte ich Zeit zum Nachdenken und Werkeln. Ich weiß nicht mehr wie ich darauf gekommen bin, sicher ist das auch uninteressant aber irgendwann hatte ich mir mein ultimatives Piercing Tool gebaut: Bestimmt kennt jeder Lego-Spieler (und wer ist oder war das nicht) diese kleinen Antennen. Sie sind ungefähr 1,3 cm lang und haben an ihren Enden einmal eine Kugel und einmal eine runde Platte mit einer Vertiefung, die die Antenne in der Antennenhalterung festmacht. Dieses letztbeschriebene Teil bearbeitete ich mit einer Feile so, dass sich daraus ein spitzer Pfeil ergab.
Daneben ist die Antenne natürlich aus Plastik und somit musste ich auch keine mögliche Metallallergie fürchten. Auch soll die Hygiene bei Plastik-Piercings einfacher sein (ist ja logisch, da kann nix oxidieren oder anderweitig chemisch reagieren).
Wichtig war mir auch, dass man das Stichwerkzeug auch gleich als Piercing verwenden kann. So entfällt das komplizierte Einsetzen des Schmuckes, nachdem man einen Stich geschafft hat.
Die Prozedur und Nachbehandlung:
Dann war noch zu überlegen, wie die eigentliche Prozedur ablaufen sollte.
Aus heutiger Sicht wahrscheinlich höchst unsteril und infektiös aber ich frage mich auch immer, was, wenn du hinfällst und dir den Arm aufschlägst?
1.) Vorbereitete Lego-Antenne ca. 10 Minuten im Wasserkocher kochen
2.) Hände sehr gut waschen
3.) Lego-Antenne auf Toilettenpapier legen
4.) Das beste Stück und insbesondere eben das Bänchen gut waschen
5.) Lego-Antenne an einer Stelle durchstechen, die keine Äderchen hat
Tja, so die Theorie. Schritte 1 bis 4 waren noch nur mit einem Kribbeln im Bauch verbunden aber bei Punkt 5 wurde es dann kriminell. Ich zitterte doch schon ziemlich, stand ich doch kurz davor, bald einen Stab im Penis zu haben.
Mit der kinken Hand hielt ich das Bändchen so, dass ich mit der rechten die Antenne durchstoßen könnte. Es war ein tolles Gefühl, die weiße Spitze auf der anderen Seite zu sehen. Fast enttäuschend wenig Schmerz gab es dann aber, als ich sie langsam durchdrückte.
Fertig.
Was ich dann machte weiß ich nicht mehr ganz genau. Wahrscheinlich zog ich erst einmal wieder die Vorhaut über die Eichel um das Ganze und mich zu beruhigen. Mit einem Stück Küchenpapier untenrum wollte ich mögliches Blut von meiner Unterhose abhalten. Dann ging ich schlafen. Am nächsten Morgen sah ich dann nichts Bedeutendes: Unsagbar wenig Blut, sonst nichts. Dann befolgte ich einen Rat, den ich tatsächlich einmal von meiner Mutter erhalten hatte: Und zwar, dass die Jungs früher zur Reinigung ihres Penis die Vorhaut zugehalten haben, urinierten und so eben die Eichel und was sonst noch so unter der Vorhaut ist reinigten. Daneben sprühte ich noch zweimal täglich Desinfektionsspray auf den Stich.
Auf ewig ist das Lego-Antennen-Piercing natürlich nicht gedacht. Es hält zwar wunderbar, rutscht also nicht so einfach raus, aber als dann der Stichkanal verheilt war, wollte ich es doch wechseln. Da ich mir bisher noch nicht getraut habe, einen Piercing Laden aufzusuchen und mir den Schmuck auch nicht schicken lassen kann, steckt seitdem ein Karabiner Haken aus Metall drin, ursprünglich gedacht als Ersatzteil für Halsketten.
Nachwort:
Das wäre nun meine Story. Ich für meinen Teil bin glücklich mit meiner integrierten Frenum-Stecher-und-Schmuck-Lösung, weil ich so in den Genuss gekommen bin, mir einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen. Natürlich aber muss man jedem von einem selbst gestochenen Piercing abhalten und ihm den Gang zum professionellen Piercer empfehlen - ich gebe auch keine Garantie, dass es bei einem anderen funktioniert.
Vielleicht noch an die, die sich mit dem Gedanken beschäftigen, sich beschneiden lassen zu wollen: testet es doch mal anseitsweise mit einem (professionellen) Frenum. Beim Cut geht das eh flöten und da kann man doch mal vorab was durchstecken lassen.
Mein hier beschriebener erster Schritt in die Welt des Bodymodification ist jetzt jedoch schon ziemlich lange her und es ist Zeit für einen nächsten. Ich schwanke noch zwischen einem Prinz Albert und einem Brustwarzenpiercing - diesmal auf jeden Fall professionell gemacht. Und ich frage mich, ob eines von beiden so bewerkstelligt werden könnte, dass man es nicht auf den ersten Blick sieht. Wenn man für den PA vielleicht einen Stab nimmt und ihn bei Gefahr in die Harnröhre schiebt und der Rest eben von der Vorhaut verdeckt wird? Bei einem Stab könnte man doch bestimmt auch noch "männlich"/ im Stehen urinieren ohne gleich den Putzlappen zu zücken? Oder gibt es beim BWP auch so kleine Stecker, dass man ganz genau hinschauen müsste, ob denn da wirklich was ist? Wenn das sehr klein wäre und gut sitzt, dann würde man doch sicherlich auch nicht mit der Kleidung dran hängen bleiben?
Wenn mir jemand bei meiner Entscheidungsfindung helfen oder sonstige Kommentare abgeben will, so schreibt bitte an: tinix@gmx.de
Habt Spaß in eurem kurzen Leben!