Die Klito-eichel
At A Glance
Author esemwe
Contact esemwe@bme.anon
When Ten years ago or more
Artist Randy
Studio Cutglass Piercing
Location München, Deutschland
Hallo Leute,

vor etwa 10 Jahren beschloss ich, mir einen langgehegten Wunsch zu erfüllen und endlich den Mut zu finden, Nägel mit Köpfen zu machen - oder besser gesagt: Ein Köpfchen mit Nagel... ein Ampallang aus Gold sollte es sein.

Also nahm ich in aller Ruhe Mass und ging mit schlotternden Knien und blass um die Nase zu Münchens einzigem (!) Piercingstudio. Angst hatte ich mehr als Haare auf dem Kopf, schliesslich war es mein erstes Piercing überhaupt und es gab damals noch fast niemanden, der so etwas trug und mir hätte gut zureden können. Ich stellte mich also gedanklich schon mal drauf ein, irgendwann in der Notaufnahme eines Krankenhauses aufzuwachen und mich dem kopfschüttelnden Arzt irgendwie stotternd erklären zu müssen.

Es kam alles ganz anders.

Der Schmerz war gewaltig. Eine bombastische Explosion aus farblosem Licht und glühend heissem Eis, eine Mischung aus infernalischem Stromschlag und einem zuckersüssen Peitschenhieb. Ein unglaubliches, unbeschreibbares Gefühl. Ein auf wundervolle Art verzauberndes, erleuchtendes, reinigendes, läuterndes Ereignis. Tausende Orgasmen während eines einzigen Wimpernschlags. Das ganze Universum aufgesogen in einem heftigen Atemzug. Die Freisetzung titanischer Naturgewalten. Die Geburt einer völlig neuen Existenz.

Aber das begriff ich erst später.

Das Herzrasen und der Adrenalinrausch auf dem Nachhauseweg sind längst vergessen. Die unangenehme stundenlange Nachwirkung der oberflächlichen Betäubung und das brennen der Desinfektionscreme ebenso. (Oh hätte ich nur auf die 'örtliche Narkose' verzichtet... wie überflüssig... und lästig). Auch das Pieken und Ziepen der Anfangs noch klebrigen Wunde interessieren längst nicht mehr. Die zitternden Hände bei den stündlichen Reinigungsbädern waren ein wirklich überflüssiges Resultat einer völlig unbegründeten Sorge um den Erfolg, das Resultat dieser Aktion. Würde ich jemals wieder eine Erektion haben? Und wenn ich sie denn hätte, würde sie jemals wieder aufhören? Was erwartete mich - unendliche Lust oder bodenloses Leid? Casanova oder Krüppel? Was war ich nur peinlich naiv...

Der Morgen danach - den werde ich aber niemals vergessen können...

Es war das erste Wochenende meines Urlaubs, den ich vorsorglich und weise in der Zeit genommen hatte, die die wochenlange Heilung dauern würde.

Irgendwann vormittags wurde ich wach. Irgendetwas schreckte mich auf. Was war das?

Oh mein Gott... es ist wahr. Ich habe es wirklich getan, es war kein Traum!

Oh Gott! Was geschieht mit mir?

Ich kann Metall schmecken. Schmecken! In mir. In meinem Schwanz!

Ich schmecke mit meinem Schwanz das Metall, das mich durchdringt, als ob... ...mein Gehirn wird zu Metall.

Mein ganzer Körper wird zu Metall. Meine Eier werden zu Metall. Flüssiges Gold. Glühend kaltes, singend prickelnd leuchtendes flüssiges Gold durchläuft meine Adern. Eine atemberaubende, nie dagewesene, urwüchsige Geilheit kriecht meinen Rücken empor, kriecht über meine ganze Haut hoch ins Hirn. Meine gesamten Haare stehen zu Berge. Mit einem ohrenbetäubenden Schaudern stürzt all mein Ich, meine ganze Seele und mit ihr all meine Gefühle die ich jemals hatte und je haben werde, in mir wieder hinab wie ein brennender Wasserfall. Animalische Leidenschaft kriecht in Windeseile durch und durch bis in alle Fasern meines Körpers. Hinein in meine Eier. In meinen Schwanz. In meinen Schwanz, der in wenigen Augenblicken zu einem monströsen Pfahl aus pulsierendem, leuchtenden Metall geworden ist. Ein solch unfassbares, geiles Glücksgefühl, dass zu beschreiben es keine Worte, keine Sprache gibt. Nur eine oder zwei Sekunden, nachdem ich die Decke beiseite gezogen habe und meine geradezu ir rsinnig harte Erektion auch sehen kann, erfasst mich bereits die erste Woge eines regelrecht kosmischen, gewaltigen, allumfassenden Orgasmus, wie es zuvor noch keinen gab, wie ihn ein Mann sonst nie und nimmer zu erleben begnadet ist. Es müssen Minuten sein, Stunden oder sogar Jahre, die meinen unkontrollierbar zuckenden Leib immer wieder aufs neue unglaubliche Mengen von Samen hoch in die Luft schleudern lassen.

Immer und immer und immer wieder sprudeln ohne Unterlass neue, immer noch heftigere Orgasmen in mir hoch, und das ohne dass ich mich auch nur ein einziges Mal berührt oder sonstwie stimuliert hätte. Fast wie ein beginnender warmer Sommerregen klatschen mir meine Säfte auf den ganzen Körper. Die Extase ist grenzenlos, nie dagewesen. Ich ertrinke selig in einem unendlichen warmen Meer aus Glück, als eine berauschende Ohnmacht mich irgendwann sanft hinwegträgt.

Irgendwann abends komme ich wieder zu mir und das ganze wiederholt sich...

Meine Eichel hat sich gefühlsmässig über Nacht in eine echte Klitoris verwandelt - mit allem was dazugehört. Völlig neuartige Empfindungen, eine absolut fantastische neue Welt hat sich aufgetan in meinem Körper. Jede noch so winzige und abgelegene Stelle meines Körpers hat sich in eine hochgradig erogene Zone verwandelt. Eine wundervolle Metamorphose hat in mir stattgefunden.

Ein zweites Geschlecht hat Einzug in meine Seele und meinen Leib gehalten. Seit diesem Tag weiss ich erst, was Sex überhaupt ist, wie tief die Erfahrungen sein können, die zu leben man sich einfach nur trauen muss. Seit diesem Tag bin ich mehr Mensch als ich es je zuvor gewesen bin. Reifer und weiser.

Völlig verflogen ist die männliche Urangst vor dem eigenen weiblichen Ego tief in uns drin. Keinerlei Ekel vor dem eigenen Geschlecht hindert mehr meinen Geist, völlig neue Wege zu begehen. Eine völlig neue Person lebt in meinem Hirn und in meinem Herzen seit diesem Augenblick der Wahrheit, in dem meine beiden Hirnhälften kurzgeschlossen wurden von einem kleinen Stück Metall.

Und das ohne dass meine maskuline Seite auch nur im geringsten darunter gelitten hätte - ganz im Gegenteil. Heute weiss ich gewiss, welch erbärmlicher Versager als Liebhaber ich einmal gewesen bin.

Die Geduld und Ausdauer, die ich heute meinen Sexpartnern entgegenbringen kann, hätte ich mir während meiner Zeit als 18-jähriger gewünscht. Damals hätte ich nicht zu träumen gewagt, jemals derartige süsse Sinnlichkeit zu erfahren, wie sie mir heute zuteil wird.

Die Spermaflecken an der hölzernen Zimmerdecke von jenem ersten Morgen sind übrigens noch heute zu sehen...

Traut euch. Es lohnt sich.

Der Schmerz geht vorbei, die Glückseligkeit bleibt. Ich würde es jederzeit wieder tun. Ohne auch nur einen Lidschlag zu zögern. Irgendwie bereue ich es sogar, dass ich mir das nicht jeden Tag aufs neue antun lassen kann - die Erinnerung an den Moment der Momente ist eine der wohligsten und angenehmsten meines Lebens. Lust und Leid liegen eben genau so nah zusammen wie Liebe und Hass. Wenn der Tod des Schlafes Bruder sein soll, dann ist der Schmerz die Mutter der Leidenschaft.

Euer Steve.


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