Schmerz lass nach
At A Glance Author Angelika When Two years ago Artist Studio Name leider vergessen Location Limburg / Lahn Vor etwa zwei Jahren war es soweit, ich ließ mich im Intimbereich piercen.
Jaja, so ein Piercing sollte eine gutüberlegte Investition sein und man sollte sich vorher ganz genau über mögliche Risiken informieren, da man, wenn man einen "schlechten Piercer" erwischt, er es tunlichst vermeiden wird, jemanden über die Risiken aufzuklären, denn auch er ist ja ein Verkäufer, der seine Ware an Mann/Frau bringen will.
Also habe ich mich im Internet erkundigt und nachdem ich einige viele Pornoseiten übersprungen hatte, fand ich endlich eine Seite, die ganz genau über die Risiken aufklärte. (Tut mir leid, aber ich weiß die Adresse leider nicht mehr, ist ja schon lange her).
Doch allen Beschreibungen und Warnungen zum Trotz entschied ich mich für ein Klitoralpiercing, einen Stecker, vertikal, sodass die untere Kugel fast direkt auf dem Kitzler auflag.Gut, sich dafür zu entscheiden heißt ja noch lange nicht, es auch zu tun.
Nachdem ich all meinen Mut zusammennahm und zum Piercer ging, der mir den üblichen Zettel, alle Menschen mit Piercings kennen ihn ja, mit Risikoverzichtserklärung und Absehung von Anzeigen bei nachfolgenden Problemen zum unterschreiben gab, bat er mich in den Piercingraum. Ein weißer Raum mit einem großen Stuhl, der an einen Zahn- oder Frauenarzt erinnert, und einem Fernseher in der Ecke, zu meiner Ablenkung.Nachdem er genau abklärte, welche Stelle, welcher Stecker, schmierte er mir eine weiße Paste auf die Stichstelle und meinte, ich müsse nun ca. eine Stunde warten, bevor die Stelle komplett betäubt wäre. Also entschied ich mich, in die Stadt zu gehen und Kaffee zu trinken, wohl eine der längsten Stunden, die ich je erlebt hatte.
Wieder beim Piercer angekommen legte ich mich auf den Stuhl, er entfernte das Pflaster, unter dem die Salbe einzog und legte sein Besteck auf meinem Bauch zurecht.Beim besten Willen, da wird einem dann doch schon mulmig.
Er setzte die Zange an, die ich nicht spürte und nahm die Nadel zur hand, um einen Stichkanal zu stechen, den er gleich darauf mit einem Plastikröhrchen durchzog. Damit zog er den Piercingstab durch und schraubte beide Kugeln fest.
Ganz ehrlich: Ich habe davon nichts mitbekommen, die Salbe war also völlig betäubend. Ich habe aber auch schon von anderen Frauen gehört, die trotz Salbe Schmerzen hatten. Man sollte vorher mit dem Piercer reden und fragen, ob die Salbe auch komplett betäubt und nicht nur zur Desinfektion aufgetragen wird.Nun ja, im Gegensatz zu sontigen Piercingbereichen, wie zum Beispiel Bauchnabel oder Brustwarze,ein sehr schmerzhafter Bereich, verheilte mein Intimpiercing sehr schnell, schon nach einer Woche war nichts mehr von Schwellungen oder Blut zu sehen, was, so unappetittlich dies auch sein mag, am Eigenurin liegt, der solche Wunden in kürzester Zeit abheilen lässt. Also ich habe kein Problem mit dem Piercing, im Gegenteil. Durch die Reibung der unteren Kugel auf dem Kitzler, die man in bestimmten Positionen ja selbst bestimmen kann, erreiche ich bedeutend öfter den Höhepunkt als vorher. Nicht zu vergessen ist der Schmuckeffekt. Man sieht ja meist nur eine kleine Kugel vom oberen Ende, die untere liegt ja versteckt.
Bezahlt habe ich damals ca. 70€.
Der nächste Schritt war fasst schon zwangsläufig.
Vor sechs Wochen habe ich dann zu meinem Freund gesagt das ich mir gerne beide Brustwarzen piercen lassen will und er sagte nur: Klar,das ist Deine Entscheidung, ich gehe gerne mit zum Stechen.
Als es dann soweit war wurde es mir doch schon sehr mulmig. Hatte vorher sogar schon darüber nachgedacht den Termin einfach wieder abzusagen. Aber dieses Mal wollte ich es dann doch wirklich und mir war klar das ich da nun durch musste.
Ich hatte mich bereits am Telefon mit dem Piercer über den Vorgang unterhalten und war also bestens aufgeklärt. Im Studio angekommen drückte er mir ein Blatt Papier in die Hand . Das musste ich mir durchlesen und unterschreiben. Ich musste erklären das ich im vollen Besitz meiner geistigen Kräfte *gg* bin und dass das Piercing aus freien Stücken und auf mein Verlangen hin gemacht wird.Dann war es soweit, als er mich nach hinten holte rutschte mir mein Herz endgültig in die Hose, aber ich wollte ja tapfer sein- und so schluckte ich und ging los. Er klärte mich nochmals über die Risiken auf, zum Beispiel über mögliche Entzündungen, das Nerven verletzt werden können und das es Probleme mit dem Stillen geben kann, was aber nicht sein muss.Ich habe dann erklärt das ich alles verstanden habe und dann sagte er okay,dann fangen wir mal an.
Nachdem er nach Kreislaufproblemen gefragt hatte und ich ihm nicht garantieren konnte das ich stehen bleiben werde habe ich mich hingelegt. Er hat dann meine Brustwarzen angeschaut, meinte das würde prima gehen und bat mich darum noch mal aufzustehen. Dann hat er mit einem schwarzen Fineliner die Einstichstelle und die Austrittstelle markiert damit auch alles schön gerade wird. Desinfiziert hat er die Brust großzügig mit Braunol, das ist das selbe Zeug wie im Krankenhaus, so eine braune stinkende Lösung.
Als ich dann wieder lag schlug mir das Herz bis zum Hals.
Er lächelte mich an und sagte dann zu meinem Freund er möge mir dann doch bitte eben beide Hände festhalten! Ich dachte nur jetzt bin ich hier im falschen Film.
Dann kam eine Zange mit der er die Brustwarze fixierte, anschließend eine Kanüle, ein verdammt schmerzhafter aber sehr schneller Stich, für mich war es kaum der Rede wert. Zumindest der erste Stich. Das Einführen des Stabes tat dann aber doch ziemlich weh und ich war froh als die Kugeln drauf waren, sprich das Piercen beendet war.
Aber ich wollte beide Brustwarzen.
Der Piercer sah mich an und fragte mich ob ich denn wirklich sicher sei. Ich sagte ihn das ich es gerne möchte und außerdem fand ich das es gar nicht schlimm war. Alles in Allem ganz einfach auszuhalten.Bei der zweiten Brustwarze wurde ich jedoch eines Besseren belehrt.
Die Kanüle ging nur sehr schwer durch, laut dem Piercer war durch den Schock beim ersten Stich die Brustwarze hart geworden wodurch sich das Gewebe nicht mehr leicht durchstechen ließ. Beim Einsetzen des Stabes wäre ich dann auch beinahe umgefallen und schon hatte ich Riechsalz unter der Nase. Dann aber war es vorbei, zwei Pflaster drauf und fertig und die Angelika stolz wie Oskar.Ich glaube mein Freund war noch blasser als ich. Wir haben dann bezahlt. Ich habe noch Desinfektionsmittel und eine Pflegeanleitung erhalten. Alles zusammen hat 100 Euro gekostet.
Wie ich finde ein absolut anständiger Preis.
Im Preis inbegriffen wäre auch die Nachsorge falls mit dem Piercing etwas sein sollte, was bei mir zum Glück bisher nicht der Fall war. Das Pflaster habe ich am nächsten Tag abgemacht und Luft daran gelassen. Jeden Tag musste das Piercing zweimal mit Wasserstoffperoxid 3 % desinfiziert werden, einmal täglich muss man den Schmuck drehen damit er nicht einwächst.Das Piercen ist mittlerweile fünf Wochen her, ich hatte keinerlei Entzündungen und wenn es mal wehtat dann war es meine eigene Dusseligkeit weil ich mich irgendwo angerannt habe. Sehr gewöhnungsbedürftig sind BHs und andere enge Kleidungsstücke, man muss zu Beginn sehr aufpassen das man sich nicht selber wehtut.
Woran man sich auch gewöhnen muss ist die hohe Empfindlichkeit der Brustwarzen, die ersten Berührungen waren schon etwas seltsames Neues.
Fazit:Ich empfehle dieses Piercing bedingt weiter.Das Stechen ist mit relativ hohem Schmerz verbunden, die anschließende Empfindlichkeit nicht jeder Frau Sache. Eben eine Frage des Geschmacks. Geil sieht es auf alle Fälle aus und ich bin froh es zu haben. Ich habe mir beide Stiche ohne Betäubung oder Vereisung setzen lassen weil ich denke das man für ein Piercing diese intensiven Empfindungen gerne in Kauf nimmt.
Zum Schluss: Man muss sich unbedingt ein sauberes, verständnisvolles Studio suchen, schließlich ist das kein Spaß, sich irgendwelche Krankheiten durch unsauberes Besteck einzufangen.