Mein erstes Metall - meine Brustwarzenpiercings
At A Glance
Author Björn
Contact Björn@bme.anon
When A week ago
Artist Vanessa und Coach
Studio Thrilling Drilling
Location Bielefeld, Germany
Ich interessiere mich schon seit ein paar Jahren für Piercings, aber da in meinem Freundes- und Bekanntenkreis niemand Piercings trägt und viele auch keine so besonders gute Meinung darüber haben, hab ich mich nie wirklich getraut, mein Interesse in einem eigenen Piercing zu verwirklichen.

Aber insgeheim blieb die Neugierde immer in meinem Hinterkopf und mit der Zeit kam noch ein weiterer Wunsch, der nach einem Tattoo, mit dazu. Im März diesen Jahres habe ich mich dann bei www.wildcat.de einem großen deutschsprachigen Forum eines Herstellers von Piercingschmuck registriert, um mich mal ein bisschen genauer mit dem Thema Bodymodification auseinanderzusetzen.

Ich informierte mich über Tattoostudios in der Gegend und bekam sogar dank einer Freundin aus dem Forum die Möglichkeit einmal beim Tätowieren dabei zu sein. Ich war total angefixt und machte auch einen Termin bei der Tätowiererin. Aber da sie eine so lange Warteliste hatte, sollte mein Termin erst im Mai 2007 sein.

In der Zwischenzeit wurde auch mein Wunsch nach einem Piercing wieder viel größer. Eine Freundin von mir ließ sich dann im Mai oder Juni ein Labret Piercing bei Nina & Dirk in Bielefeld stechen und ich durfte zum Händchenhalten mitgehen und konnte mir so auch gleich mal ansehen, wie so ein Piercing denn abläuft. Allerdings war der Piercer nicht so meine Wellenlänge, so dass ich für mich einen anderen Piercer suchte.

Durch meine Diplomarbeit verzögerte sich das alles zwar ein bisschen, aber im Dezember war für mich dann endlich klar, dass ich mir meine Brustwarzen piercen lassen wollte. Und da ich gelesen hatte, dass die Nippel durch das Piercen größer werden und dies später auch nicht wieder zurück geht, entschied ich mich, gleich beide zu machen (wer will schon später mal mit zwei unterschiedlich großen Nippeln rumlaufen).

Ich sah mir noch ein paar Piercingstudios in Bielefeld an, und entschied mich dann für das Studio Thrilling Drilling in der Friedrichstraße (www.thrilling-drilling.de) mit den beiden Piercern Vanessa und Coach.

Am 12.l2.2006 war es dann soweit und ich ging total aufgeregt zum Studio. Damit ich nicht noch kalte Füße bekomme hatte ich es vorher noch zwei Freundinnen aus dem Internetforum erzählt, denen ich dann per sms bescheid geben sollte wenn es geschafft war.

Im Studio wurde ich von Vanessa (die ich bisher noch nicht kennengelernt hatte) begrüßt und sagte ihr, was ich denn haben wolle. Sie klärte mich noch einmal über die Risiken und Gefahren beim Piercen auf und gab mir eine Einverständniserklärung in die Hand, mit der ich es mir in einer Sitzgruppe zum Ausfüllen gemütlich machen konnte.

Da Thrilling Drilling ein offizieller Wildcat-Partner ist war auch das Formular von Wildcat entworfen und machte einen sehr professionellen Eindruck.

Auf der ersten Seite standen die Art des auszuführenden Piercings (also Brustwarze links und rechts), mein Name, meine Adresse und Kontaktdaten. Darunter wurden dann die Sterilisationsaufkleber, welche beim Sterilisieren im Autoklav auf den Päckchen mit dem Schmuck geklebt hatten, aufgeklebt.

Die Zweite Seite der Einverständniserklärung ist ein Fragebogen mit detaillierten Fragen über den Gesundheitszustand (bekannte Krankheiten) des Kunden und mit Fragen zum Allgemeinbefinden (sind sie ausgeschlafen, haben sie genug gegessen, etc.).

Auf der dritten Seite folgte noch einmal eine schriftliche Belehrung darüber, dass Piercing eine Körperverletzung im Einverständnis darstellt (mit Angabe der Entsprechenden Paragraphen im Gesetz), der man dann dort mit der Unterschrift zustimmen musste.

Nachdem ich den Bogen komplett ausgefüllt hatte kam Vanessa zu mir und wir gingen den Fragebogen noch einmal zusammen durch um eventuelle Unklarheiten aus der Welt zu räumen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich auch schon ein bisschen beruhigt und war gar nicht mehr so aufgeregt. Nach noch cirka 10 Minuten Warten (ich hatte ja schließlich keinen Termin) konnte ich dann in den „Behandlungsraum" kommen.

Der Piercingraum ist weiß gefliest und gleicht dem Behandlungsraum eines Arztes. In der mitte stand eine Liege, die mit dem typischen Papier von der Rolle abgedeckt war und darüber war ein großer Scheinwerfer, ähnlich wie beim Arzt, damit beim Piercen auch alles gut beleuchtet ist. Vanessa und Coach, die immer zusammen arbeiten, hatten beide einen weißen Kittel, Handschuhe und einen OP-Mundschutz an und warteten auch schon auf mich. Auf einem kleinen Rollwagen waren bereits alle Instrumente (noch in steriler Verpackung) zurechtgelegt.

Nachdem ich mich auf die Liege gelegt hatte wurde zunächst mit einem Wattestäbchen auf beide Nippel ein betäubendes Gel gestrichen (kein Emla, aber etwas auf Xylocain Basis) wobei ich keine Ahnung habe, ob das wirklich etwas bringt...

Danach begann Vanessa meine Brust mit einem Desinfektionsmittel zu desinfizieren. Über die Sprühflasche war eine große Plastiktüte gezogen, von der erst in diesem Moment eine Ecke abgeschnitten wurde (zum Raussprühen), damit keiner von den beiden mit den Handschuhen die Flasche an sich anfassen musste.

Mit einem Stift markierte Vanessa dann an beiden Brustwarzen die Ein- und Austrittsstellen und ich konnte noch einmal vor dem Spiegel begutachten ob es mir denn so auch gefällt. An der rechten Brustwarze wurde noch einmal korrigiert und ich konnte mich wieder hinlegen.

Vanessa fixierte dann zunächst die rechte Brustwarze mit einer Klammer, setzte die Nadel an und schob sie in einer schnellen glatten Bewegung hindurch. Ich hatte mit einem starken Schmerz gerechnet, aber es war viel mehr ein Druckgefühl und auch gar nicht so schlimm wie erwartet. Die Nadel wurde herausgezogen und die verbleibende Kanüle ein bisschen gekürzt.

Coach fragte mich ob alles okay sei oder ob ich erst eine Pause wünsche. Da ich weitermachen wollte, wurde nun die gleiche Prozedur an der zweiten Brustwarze wiederholt. Hier tat es etwas mehr weh, war aber immer noch gut auszuhalten.

Etwas unangenehmer fand ich danach das einsetzen des Schmucks. Zunächst bei der linken, dann beider rechten Brustwarze wurde der von mir ausgesuchte Barbell in das Röhrchen der Kanüle eingesetzt und durch die Brustwarze hindurchgeschoben. Dann noch die Kugel drauf schrauben und ich hatte es geschafft.

Nachdem ich meine beiden neuen Schmuckstücke noch im Spiegel bestaunen konnte klebte mir Coach noch beide Piercings mit großen Pflastern ab und ich konnte mich wieder ankleiden.

Nachdem ich bezahlt hatte (124,50€ incl. Desinfektionsmittel) und noch ein paar Minuten im Wartebereich verbracht hatte (falls mein Kreislauf doch noch Zicken macht) konnte ich glücklich meinen Heimweg antreten.

Mittlerweile ist das Piercen zwei Wochen her und die Abheilung der Piercings verläuft bisher sehr gut. Am Anfang waren die Brustwarzen noch ein wenig angeschwollen aber mittlerweile ist kaum noch etwas zu erkennen.

Morgens und abends habe ich die Piercings jeweils mit Octenisept und einem Wattestäbchen gereinigt und desinfiziert und die erste Woche lang mit Pflaster abgeklebt.

Mittlerweile reinige ich die Piercings nur noch morgens unter der Dusche und es tritt auch kaum noch Wundsekret aus so dass ich zuversichtlich für die weitere Abheilung bin.

Für die Zukunft habe ich mir bereits vorgenommen, die Piercings noch von 1,6mm auf 2,4mm zu dehnen, sobald sie vollständig abgeheilt sind. Und im Mai kommt dann endlich mein so lange erwartetes Tattoo, von dem ich dann hier auch wieder berichten werde.

Sollte ich mir noch ein Piercing stechen lassen, werde ich jederzeit wieder zu Thrilling Drilling gehen. Zwar kostet es dort ein paar Euro mehr als bei manch anderem Piercingstudio, aber sowohl die Beratung als auch die Durchführung des Piercings war sehr professionell und hygienisch und das sollte einem auf jeden Fall wichtiger sein, als ein paar Euro zu sparen.


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