Solange ich denken kann, übten Piercings schon immer eine gewisse Faszination auf mich aus. Nicht die Ohrlöcher – so etwas habe ich bis heute nicht ;) – vielmehr all jene Piercings, die ein wenig versteckter liegen und ganz besonders Nipplepiercings.
At A Glance Author anonymous Contact anonymous@bme.anon When A year ago Seitdem ich 15 bin, bin ich dieser Sucht verfallen. Mein erstes Piercing war natürlich nichts intimeres, sondern ein Bauchnabelpiercing, das ich leider nach einigen Wochen aufgeben musste: ich machte viel Sport und es wurde immer wieder gereizt, so dass es in einem ewigen Zustand zwischen fast abgeheit und ziemlich entzündet schwankte. Mit 17 sah ich dann in Italien am Strand eine Frau mit gepiercten Brustwarzen und es fiel mir schwer, den Blick von ihr zu lösen. Sie war eine echte Schönheit, schlank, dunkle lange Haare, ihre Brüste waren mittelgroß, und durch beide Nippel ging ein silberner Ring. Wow.
Allerdings scheute ich mich davor, mir selber die Brustwarzen durchstechen zu lassen. Ich fragte meine Frauenärztin und die riet mir davon ab, wenn ich später mal Kinder stillen wolle.
Also konzentrierte ich mich auf andere Regionen: Ab 18 kamen fing ich mit Piercings „weiter unten" an, von denen drei zwar sehr schmerzhaft waren (also das Stechen an sich und die ersten Tage danach), deren Abheilung jedoch vollkommen problemlos verlief. Die Befürchtung, dass auch hier die Reibung Probleme machen könnte, erwies sich als unbegründet.
Mit der Zeit wurde es dort unten ein wenig voll, so dass ich mein Augenmerk vor gut zwei Jahren dann doch wieder auf meine Brustwarzen richtete. In der Zwischenzeit waren meine Brüste auch ein Stückchen gewachsen, auch die Brustwarzen, so dass ich immer häufiger an die Frau in Italien und ihre Brüste denken musste und ich mir immer mehr wünschte, doch auch dort zwei Piercings zu tragen. Aber das Stillen ... Ich hatte viel darüber gelesen: manche können trotz (herausgenommener) Piercings stillen und mein Stammpiercer meinte, dass es oftmals kein Problem sei. Aber auch er meinte, ich solle, wenn der Wunsch nach diesem Piercing nicht allzu groß sei, noch ein wenig warten. Fand ich klasse. Aber mein Wunsch wurde größer.
Als ich dann in eine neue Stadt zog, lernte ich bald meine Nachbarin, meine inzwischen beste Freundin, eine zweifache Mutter kennen. Irgendwann kam das Gespräch auf Piercings, und sie erzählte, dass auch ihre Brüste gepierct seien, schon vor den Schwangerschaften. Zwei ihrer Freundinnen hätten ebenfalls BWPiercings und auch sie hätten problemlos stillen können.
Von dem Moment an war ich verrückt danach, mir auch endlich die Nippel verschönern zu lassen. Leider musste ich noch vier Wochen warten, da ich mit meinem Freund, der mittlerweile auch Feuer und Flamme war, einen Strandurlaub gebucht hatte, und wir in zwei Wochen losfliegen wollten. Jedes Mal, wenn ich Jutta, meine Nachbarin sah, blickte ich neidvoll auf das, was sich unter ihren Tshirts abzeichnete.
Gleich nach dem Urlaub ging es dann los. Jutta hatte schon einen Termin bei ihrem Piercer Michael vereinbart und ich war außer mir vor Freude, als sie mich am Tag unsrer Ankunft damit überraschte. Gleich am darauf folgenden Abend! Ich konnte es kaum fassen. Ich spüre jetzt noch die Aufregung, die mich durchzog. Ich betrachtete mich im Spiegel und stellte mir vor, wie es wohl aussehen würde. Am Nachmittag des folgenden Tages dann unter der Dusche sah ich mir meine Brüste noch ein letztes mal im ungepiercten Zustand an und war super aufgeregt bei dem Gedanken daran, dass in weniger als drei Stunden in jeder Brustwarze bereits Stifte stecken würden.
Jutta holte mich ab und los ging es zu Michael. Wie ich wusste, ist Michael der Bruder einer von Juttas Freundinnen und er hatte bis vor kurzem als Piercer gearbeitet, kümmerte sich nun aber um seinen kleinen Sohn. Er war mir von Anfang an sympathisch. Wir scherzten ein wenig, von Jutta wisse er, dass dies nicht meine ersten Piercings seien und dass er mir ja eigentlich nichts mehr erklären brauche, er tat es aber dennoch. Wir gingen in ein Zimmer im Keller, das eigens für diese Zwecke hergerichtet worden war und er bat mich, auf dem Stuhl Platz zu nehmen. Wir besprachen die Position der Stichkanäle (horizontal). Danach desinfizierte er die Brustwarzen gründlich und zeichnete ein, wo er später stechen wollte. Ein seltsames Gefühl, kitzelnd. Er befestigte die erste Klammer und bat mich, mich fest an der Stuhllehne anzulehnen du fragte, ob ich OK sei. OK schon, aber wahnsinnig aufgeregt. Das Stechen des letzten Piercings kam mir wieder in den Sinn und ich bereitete mich auf das Schlimmste vor. Ich nickte, schloss die Augen und atmete aus. Er stach und es schmerzte tierisch. Nicht ganz so schlimm, wie ich befürchtet hatte, aber plötzlich konnte ich mich wieder daran erinnern, dass ich mir beim letzten Piercing fast schon geschworen hatte, dass es definitiv das letzte sei. Dann war aber auch schon das Schlimmste vorbei, das einsetzen des Steckers spürte ich fast gar nicht. Dann die linke Brustwarze. Er sah mich an, er setzte an, ich schloss die Augen, ein Pieksen, ich wartete ... war das alles? Geschäftiges Treiben an meiner linken Brustwarze ... als ich die Augen öffnete, grinste mich Michael an: schon fertig. Ich konnte es kaum glauben. Ich guckte an mir herunter und sah, dass beide Brustwarzen nun Schmuck trugen, die rechte Brustwarze fing leicht an zu bluten :)
Wahnsinn!!! Ich hätte ihn am liebsten umarmt.
Danach verpflasterte er meine Brüste, was irrsinnig komisch aussah, weil es Jutta und mich stark an einen schlecht sitzenden Bikini erinnerte und was mir sehr gelegen kam, da ich so den Schmerz vergaß, der noch immer von meinem rechten Nippel ausging.
Michael gab mir noch ein paar Pflegetipps und meinte, dass ich ihn anrufen solle, wenn es Probleme gäbe, dann fuhren Jutta und ich, nach wie vor überglücklich, nach Hause.
Jede Unebenheit der Straße spürte ich, aber jetzt war es ein schönes Gefühl, das Gefühl, es endlich getan zu haben.
Die Nachpflege war relativ problemlos. Ein paar Tage war die rechte Brustwarze ein wenig warm und etwas geschwollen, doch jeden Tag wurde es besser. Etwas Salzwasser, da ich diese Desinfektionslösung nicht vertrage, und ein wenig Selbstbeherrschung, gerade ab der dritten Woche (von da an begann es richtig Spaß zu machen, an den Piercings herumzuspielen). Auch jetzt, mehr als ein Jahr später, bin ich extrem zufrieden. Sie sehen einfach klasse aus. Das rechte Piercing sitzt ein wenig schief, aber da ich mittlerweile Ringe trage, fällt das kaum auf. Ich hoffe, dass auch ich, wenn ich eines Tages mal Kinder haben sollte, stillen kann. Ich bin optimistisch: In der Zwischenzeit habe ich weitere gepiercte Mütter getroffen. Bei vielen (leider nicht allen!) funktionierte das Stillen problemlos.