Nippel mal zwei...
At A Glance
Author Tamarah
Contact Tamarah@bme.anon
When Three months ago
Artist Kerstin
Studio Fantastic Art
Location Rotenburg
Nach einigem Überlegen habe ich mich dazu entschieden, meine Erlebnisse hier zu veröffentlichen. Ich habe diese Seite leider erst nach meinen beiden hübschen Piercings gefunden aber ich hätte nichts anders machen wollen als ich es getan habe.

Im Sommer letzten Jahres habe ich mich nach fast drei Jahren von meinem Verlobten getrennt. Da er Piercings „abstoßend" findet, habe ich mich die ganze Zeit zurückhalten müssen um mich nicht heimlich piercen zu lassen und hinterher mit ihm den Streit zu haben. Als ich dann endlich wieder solo war, hat es auch noch ein bisschen gedauert, bis ich dann den Mut zusammen hatte. Aber irgendwann war es dann doch soweit. Ich hatte schon zwei Wochen vorher immer mal wieder vor dem Spiegel gestanden und überlegt, wie meine Brüste wohl mit Piercings in den Nippeln aussehen würden. Ich hatte von einem Zungenpiercing noch einen Stecker hier liegen, den ich mir dafür auch hin und wieder vor einen der beiden Nippel gehalten habe. Mit seinen 16 mm schien der Stecker arg lang zu sein für meine Nippel. Ich hätte zu der Zeit gedacht, dass die Stecker höchstens halb so lang sein können.

Etwa zwei Wochen nachdem ich den endgültigen Beschluss gefasst habe, das ich wirklich unbedingt diese Piercings haben muss und es nicht ohne geht, habe ich meine Nachbarin (mit der ich seht gut befreundet bin) überredet, mit mir zu kommen zum Händchen halten. Sie hat sich nicht lange überreden lassen und ist mit gekommen. Vorher waren wir allerdings noch einkaufen (bisschen Schokolade zur Beruhigung) und sind dann ins Tattoo-Studio gefahren. Wären wir fünf Minuten später gekommen, hätte die Piercerin schon Feierabend machen wollen. So hatten wir noch eine Kundin die vor uns dran war und reichlich aufgeregt war und meine eigene Aufregung wuchs und wuchs während ich warten musste.

In der Wartezeit habe ich die Einverständniserklärung ausgefüllt und mir in der Vitrine den Schmuck angesehen (und heldenhafter weise nichts gekauft). Nachdem die andere Kundin fertig war, haben wir mit der Piercerin noch in Ruhe ein Beratungsgespräch geführt und sind die theoretische Prozedur noch einmal durchgegangen. Ich habe ihr außerdem den Stab gezeigt, den ich noch hatte und sie gefragt, ob der Stab verwendet oder aber zumindest gegen einen frischen Stab getauscht werden könne. Verwenden wollte sie ihn nicht, aber da es ein Titan-Stab war, der auch schon aus dem Studio stammte war es kein Problem, den Stab gegen einen sterilen zu tauschen.

Anschließend sind wir in den Nebenraum gegangen, der zum piercen benutzt wird. Sie bat mich, schon mal mein T-Shirt auszuziehen, was ich, langsam ängstlich, auch tat. In der Zeit legte sie ihre benötigten Sachen zurecht und fragte mich, wie ich es denn gerne hätte. Ich sagte ihr, das ich noch nicht so ganz sicher sei, ob ich nur einen oder beide Nippel durchstochen haben wollte und wurde dann von ihr und meiner Freundin überzeugt, das beide besser aussehen würden. Danach habe ich überlegt, ob ich die Stäbe (das ich Stäbe wollte war das einzige, was ich schon sicher wusste) beide senkrecht oder beide waagerecht oder einen senkrecht und einen waagerecht haben wollte. Ich habe mich dann (wieder mit Hilfe der Beiden) dafür entschieden, beide Stäbe waagerecht setzen zu lassen. Im Nachhinein bin ich ziemlich froh über diese Entscheidung, da ich es wirklich schöner finde...

Kerstin hat sich viel Zeit gelassen, die Stellen zu markieren, durch die sie stechen wollte. Sie hat immer mal wieder markiert und dann weg gewischt wenn wir (oder sie) damit nicht zufrieden waren. Irgendwann war das aber auch geschafft und die Markierungen gleichmäßig. Anschließend hat sie noch schnell die Nippel vermessen, damit sie die Länge der Stäbe festlegen konnte. Sie hat mir erklärt, das es natürlich ist, das der Nippel nach dem piercen etwas anschwillt (und mich gleich beruhigt das es nicht so arg wird wie bei der Zunge...) und sie die Stäbe daher zwei bis drei Millimeter länger nehmen wird. Sie hat dann für beide Nippel 13 mm lange Stäbe genommen.

Danach ging eigentlich alles recht schnell. Ich habe mich so hin gelegt, das sie erst den rechten Nippel durchstechen konnte. Sie hat den Nippel dann vorsichtig in der Zange fixiert (was nicht wirklich weh tat, dafür aber irgendwie unangenehm war...) und mich dann aufgefordert auf ihr Kommando tief Luft zu holen und wieder auszuatmen. Während ich Luft geholt habe, hat sie die Nadel durchgestochen und mein Ausatmen wurde zu einem leisen Fluch. Ich hatte mich schon darauf eingestellt, dass es wehtun würde und ich wurde nicht enttäuscht. Der Schmerz war erwartungsgemäß stark und hätte meiner Meinung nach auch gern etwas schwächer sein dürfen. Nach einem Moment des Durchatmens hat sie dann den Schmuck mit der Kanüle durch den Stichkanal gezogen.

Nachdem mein Zittern etwas nachgelassen hat und ich mich etwas beruhigt hatte, habe ich mich dann so hingelegt, dass sie den linken Nippel durchstechen konnte. Die Prozedur war dieselbe wie rechts. Allerdings hat es auf der linken Seite um einiges mehr wehgetan. Meine Nachbarin hat hinterher behauptet, ich hätte ihr fast die Hand zerdrückt vor Schmerz. Das es schmerzhafter war lag daran, das Kerstin den Nippel nicht so gut durchstechen konnte, das das Gewebe bei mir auf der linken Seite scheinbar fester ist als rechts. Sie hat sich hinterher bei mir entschuldigt, das es gemeiner war als beim ersten Stechen (auch wenn sie da nichts für konnte). Anschließend hat sie über beide Piercings je ein Pflaster geklebt.

Da ich hinterher noch sehr gezittert habe, hat sie mir noch ein Traubenzucker gegeben, damit sich mein Kreislauf wieder stabilisiert und mir noch mal gesagt wie ich die frischen Piercings zu pflegen habe.

Etwas wackelig habe ich an der Hand meiner Nachbarin dann das Studio verlassen und bin nach Hause gefahren. Dort konnte ich gar nicht glauben, das mein Traum nach über 10 Jahren (mit 13 habe ich das erste Mal ein Bild davon gesehen und wollte es unbedingt haben – jetzt bin ich 25 und brauche davon nicht mehr nur zu träumen) Wirklichkeit geworden ist.

Ich stehe immer noch vor dem Spiegel und bewundere die Schmuckstücke, die meine Nippel jetzt zieren. Auch wenn ich direkt nach dem Stechen gesagt habe, mir kommt die nächsten Jahre keiner mehr mit einer Nadel zu nahe: ich könnt schon wieder hin und mich noch mal piercen lassen. Ich weiß auch schon wo...


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