Am 27. Juli letzten Jahres erhielt ich endlich mein Brustpiercing. Dieses war und ist bislang noch mein einziges, wobei eigentlich mit dem Gedanken spielte, mich tätowieren zu lassen. Für ein Motiv konnte ich mich aber nie entscheiden und die Preise finde ich auch ziemlich hoch. Beim Piercing dachte ich mir, falls es mir irgendwann nicht mehr gefallen sollte, nehme ich es einfach wieder heraus. Aber dazu kommt es vorerst wohl nicht, da es mir sehr gut gefällt.
At A Glance Author den Contact fusuy77@gmx.de When A year ago Artist Piercer aus Berlin Studio Tattoostudio am Zoo Location Berlin Deutschland Mehrere Grundgedanken sollte man sich machen:
Piercings sind in der Bevölkerung inzwischen in vielen Ländern verbreitet, akzeptiert und gehören zum alltäglichen Straßenbild. Bei der jungen Partygeneration, zu der ich gehöre, gelten Mädchen ohne Bauchnabelpiercing inzwischen als out und Jungen ohne Brustwarzenpiercing als sexuell langweilig. Bei den meisten Jungen, wie auch bei mir, wird übrigens in den Warzenvorhof gestochen, wenn der Nippel zu klein ist. Bei Mädchen ist dieses meistens nicht nötig, aber sie sollten sich vor dem Piercen wegen des Stillens in der Schwangerschaft informieren.
Als ich Skateboadfahrer mit Brustpiercings kennenlernte (ich skate auch), entschied ich mich, mich auch piercen zu lassen. Ich ließ mir eine 1,8 mm starke Hantel aus Titan in die linke Brustwarze schießen. Das ist ein gerader Stab, der an den Enden aufgeschraubte Kugeln besitzt. Mit der Hantel soll es weniger Probleme beim Heilungsprozess geben. Der Stab darf ein halbes Jahr lang nicht herausgenommen werden. Inzwischen habe ich mir einen Ring aus Titan in das Loch in der Brustwarze gesteckt.
Das Piercen lief wie folgt ab, ist aber nichts für Weicheier: Der Piecer meinte zu mir, dass das Brustwarzenpiercing so ziemlich das schmerzhafteste sei, was er sich vorstellen kann. Daraufhin bekam ich etwas Angst. Er reinigte seine Werkzeuge und meine Brustwarze mit Alkohol, setze die Spezialzange an und die Hohlnadel durchdrang meine Brustwarze, während ich die Augen geschlossen hielt. Ich wartete auf den angekündigten Schmerz vergeblich, als ich die Augen wieder öffnete, war der Stab schon in meiner Brustwarze.
Es war ein angenehmer, süßlicher tiefer Pieks, den ich verspürte, das war alles. Eine Erfahrung, die man eben nur durch Ausprobieren machen kann. Das würde ich jederzeit wiedermachen.
Als ich nach dem halben Jahr, die Brustwarze heilen mit dem Titanstab sollte, einen Ring kaufte und einsetzte, hatte ich den Titanstab über und dachte mir, diesen könne ich ja auch in die rechte Brustwarze setzen. Ich entschloss mich also, meine rechte Brustwarze selbst zu piercen. Das ist mir jedoch leider nicht so gut gelungen und war wirklich sehr schmerzbar:
Ich nahm einen Stahlnagel, der ungefähr die gleiche Stärke wie der Titanstab hatte und schliff die Spitze so an, dass diese zum Durchdringen der Brustwarze auch geeignet ist. Den Nagelkopf sägte ich ab, damit mit dem scharfen Nagelseite den Kanal stechen konnte und den Nagel auf der anderen Seite mit dem Titanstab herausschieben konnte. Den Nagel desinfizierte ich und malte die Stellen für Ein- und Austrittsstelle an. Da die Oberfläche des Nagels nicht poliert war ließ er sich sehr schwer schieben und es tat auch höllisch weh. Ich machte trotzdem weiter, obwohl es schon heftig blutete und eine Zange zur Hilfe nehmen musste, um den Nagel überhaupt weiterbewegen zu können.. Dass ich den Nagel einfach dem Titanstab - wie ich es mir vorstellte- herausdrücken kann, klappte natürlich auch nicht.
Nach einer halben Stunde hatte ich den Titanstab aber trotzdem irgendwie hereingefummelt und meine Brustwarze schmerzte sehr stark. Ich betrachtete meine Brustwarze im Spiegel und verglich sie mit der anderen. Dabei stellte ich fest, das ich viel zu tief und schief gestochen hatte. War der ganze Schmerz umsonst? Ja! Das war wirklich nichts, also nahm ich den Stab wieder zu meiner Erleichterung heraus und somit ließ auch endlich der Schmerz nach.
Die Brustwarze ist inzwischen glücklicherweise wieder ohne Folgeschäden verheilt. Das wird für mich eine Lehre sein und ich werde mir in meine rechte Brustwarze, wenn es so weit ist, nur von einem anerkannten Piercer in einem Piercingstudio den Schmuck einsetzen lassen, auch wenn es etwas kostet.
Vorher möchte ich das auch gerne Gefühl erfahren, tätowiert zu werden. Ist bloß leider sehr teuer. Motive hab ich mir aber endlich ausgesucht. Drei Tattoos sollen es werden, und zwar möchte ich beide Oberarme tätowieren lassen, sowie eines auf dem Bauch in Höhe des Bauchnabels haben. Dann kommt das zweite Brustpiercing hinzu. Fertig, wir wollen ja nicht übertreiben.
Vorteile des Brustwarzenpiercings:
- sieht sehr gut aus-
- lässt sich leicht wieder entfernen-
- Brustwarze wird spürbar gefühlsempfindlicher
- Vorgang des Piercens ist ein eher angenehmer Schmerz, besonders nach Massage der BW
Nachteile des Brustwarzenpiercens:
- erhöhter Pflegebedarf
- der Stichkanal wächst bei Herausnahme des Schmucks sehr schnell zu
- relativ teuer
- es kann nach Herausnahme des Schmuckes eine Unsymmetrie zurückbleiben, wenn nur eine BW gepierct wurde
Fazit: Beim Piercen kann ich nur empfehlen, in ein Piercingstudio zu gehen, da man selbst meistens nicht die richtigen Werkzeuge dazu hat. Außerdem haben die Piercer die entsprechende Erfahrung, den Schmuck gerade einzusetzen, wobei auch beachtet werden muss, dass falsch eingesetzter Schmuck herauswachsen kann und es schmerzt nicht unnötig.