Ein erstaunlich erfolgreicher Selbstversuch+Pics
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Ein erstaunlich erfolgreicher Selbstversuch




Nach diversen selbstgestochenen Piercings, unter anderem zwei Outer Conches, beiden Brustwarzen, vielen Lobes, meinem Zungenband und auch meinem KVV, plante ich seit längerem mich an das Bauchnabelpiercing zu wagen.
Die Überlegungen, die dem voraus gingen, fielen reichhaltiger aus als sonst: Da ich nun wirklich nicht die Dünnste bin, überlegte ich nun, ob ich, als Esthetic-Fan, wirklich möchte, dass mein nicht ganz flacher bauch geschmückt wird.
Allerdings bedurfte es wenig Mut, da, außer mir und meinem Freund, niemand das Piercing sehen würde, da ich generell nur mit langer Kleidung aus dem Haus gehe. Dementsprechend brauchte ich keine Angst vor Reaktionen zu haben und besann mich nun nur noch darauf, ob es mir wirklich gefiel, denn unnötige Narben durch ein Rausnehmen, nur weil ich es mir nicht richtig überlegt hatte, mussten ja nun nicht sein.
Letzendlich bestand noch das erhöhte Rauswachs-Risiko. Für so mollig halte ich mich nun aber auch nicht, und außerdem denke ich, dass ich bereits genügend Erfahrung mit Piercings habe, um ein Rauswachsen möglichst schnell zu erkennen.
Als Konsequenz aus dieser Überlegung resultierte allerdings die Entscheidung für das zu verwendende Material: PTFE.
Mit diesem habe ich durchweg gute Erfahrungen gemacht, und vorallem auch die Möglichkeit des selbst-kürzens begeisterte mich, und die hohe Verträglichkeit ebenso.
Nach dem ersten Anzeichnen, bereits Monate vor dem Stechen, konnte ich mich in meiner Material-Entscheidung bestätigt fühlen. Ein Stichkanal von 10-12mm kam für mich nicht in Frage, aus optischen Gründen. Erst ab 16mm fing die Platzierung an, mir richtig gut zu gefallen. In dieser Größe eine Bauchnabelbanane aus Titan zu bekommen, wäre nicht nur sehr kostenaufwendig gewesen, sondern auch recht schwer.

Seit Mai hatte ich geplant mir das Bauchnabelpiercing zu stechen, um mir sicher zu sein nahm ich mir aber Zeit bis Ende Juli zur Umsetzung.
In dieser Zeit hatte ich schwarzes PTFE, sowie eine 5mm und eine 8mm große Blackline Kugel bestellt, da Glitzersteinchen für mich nicht in Frage kommen.
Handschuhe und Nadeln hatte ich noch zur Genüge zuhause, ich plante 2,1mm Kanülen (steril) zu verwenden.
Allerdings besitze ich keine Klemme und steche eigentlich generell Freihand, eben mit sehr genauem Anzeichnen. Am Computer hatte ich bereits ein Bild erstellt, wie das ganze aussehen sollte (ein unteres Bauchnabelpiercing soll folgen, wenn das obere verheilt ist):

Nur die Frage war, konnte ich ein Bauchnabelpiercing ohne Klemme gerade stechen?
Viele Erfahrungsberichte zeigten mir, dass das schwer werden könnte. Aber das dachte ich bei meinen Brustwarzenpiercings auch, die trotz Freihand-Stechens gerade sind. Also war ich optimistisch und nahm mir einen Vormittag, um mein Vorhaben nun in die Tat umzusetzen.
Etwa zwanzig mal zeichnete ich vor dem Spiegel und mit zusätzlicher Hilfe eines kleinen Handspiegels genau an, so dass es gerade war. Aber wo und wie sollte ich Stechen?
Da sitzen das Gewebe stauchen würde und stehen mir zu unsicher war, beschloss ich, mich hinzulegen. Vorher legte ich mir noch alles zurecht: Den Handspiegel zum Überprüfen der Nadel, auch innen, PTFE mit bereits angeschraubter 8mm Kugel, eine kleine Schere zum Kürzen, die Kanüle und mehrere Tücher einer Küchenrolle.
Damit ich etwas besser sehen konnte, legte ich ein Kissen unter die Hüfte. damit konnte ich die obere Anzeichnung sehen.
Ich setzte die Kanüle an und es dauerte - wie immer - geraume Zeit bis die Kanüle durch das Gewebe war und es hatte schon ordentlich geziept, war aber definitiv nicht mein schmerzhaftestes Piercing, obwohl keins meiner Piercings wirklich wehgetan hatte.
Zwischendurch hatte ich immer wieder mit dem Spiegel überprüft ob es wirklich gerade wurde. Nachdem ich nie Nadel ansich aus dem Kanülen-Schlauch herausgezogen hatte, gönnte ich Kreislauf und Blutdruck eine kurze Pause. Kein Tropfen Blut war zu sehen.
Ich führte von unten das PTFE in den Schlauch ein und zog diesen dabei mit heraus. Auf einmal fing die Wunde doch recht sehr an zu bluten, lies aber genausoschnell wieder nach.
Nachdem ich das PTFE gekürzt hatte, so dass das frische Piercing genügend Raum zum Schwellen hatte, säuberte ich meinen Bauch von Blut. Das Ergebnis begeisterte mich:

Mein Bauch ist auf diesem Bild noch recht gerötet, diese Rötung hielt auch noch etwas an.
Bücken und Hinsetzen zwickte in den ersten Tagen ein wenig, und um Ein- und Austrittsloch blieb das Piercing gerötet.
Da ich zunehmend Probleme mit Octenisept Probleme hatte, benutzte ich es nur die ersten vier Tage, danach verwendete ich Kamillosan.
Nach den ersten zwei Tagen war bereits keine Kruste mehr zu sehen, allerdings störte der viel zu lange Stab, an dem ich auch zwei oder drei mal hängenblieb.
Nach etwas mehr als einer Woche kürzte ich diesen. Mein Stichkanal beträgt 17mm.
Jetzt sieht das ganze aus wie folgt (auf dem letzten Bild ist der Barbell leider etwas verdreht):



Obwohl ich meine Entscheidung nicht bereue und auf das Ergebnis wirklich stolz bin, warne ich davor das ohne Vorkenntnisse und geeignetes Material und Wissen nachzumachen! Dafür gibt es Profis.
Hinzufügend möchte ich sagen, dass meine Entscheidung, das Piercing selbst zu stechen nicht daher zeugt, dass meine Eltern mir das Piercing nicht erlaubten, sondern einfach an dem Reiz des Selbertuns. Ich habe mich über Risiken informiert und empfehle jedem eher zu einem Piercer zu gehen, so er/sie sich nicht sicher ist, dass er/sie fähig ist dieses Piercing zu setzen und die Nachsorge verantwortungsbewusst anzugehen.
Ebenso möchte ich zum Schluss noch alle etwas pummeligeren Damen ermutigen, auch ein Bauchnabelpiercing umzusetzen, so man sich das wünscht!!

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