Subnavel horizontal
At A Glance
Author bekka
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When A week ago
Location Euskirchen
Zwei Wochen, bevor ich achtzehn geworden bin, habe ich mir beim Arzt mein „gewöhnliches" Nabel-Piercing stechen lassen. Meine Mutter erfuhr dennoch davon drei Tage später, und sie hatte einen perfiden Spaß daran, mir ständig auf den Bauch zu drücken – und zwar genau auf den frisch durchstochenen Nabel. Daher brauchte der auch gut zwei Monate, bis er vollkommen ausgeheilt war – und ist leider in der Zeit durch die ständige Reizung ein bisschen rausgewachsen. Nunja, sobald ich den schlichten Stecker in meinem Nabel betrachten konnte, wuchs bei mir der Wunsch nach „mehr". Also kaufte ich mir Kugeln mit Schmucksteinen – Dunkellila (meine Lieblingsfarbe), Weiß, oder auch bloß einfache schwarze Kugeln. Doch auch das war mir nicht genug, ich wollte etwas anderes – und so kam ich auf die Idee, mir den Nabel einfach ein zweites mal stechen zu lassen, Ich wusste noch nicht wie oder wo, aber bald stand fest: ich wollte ein zweites Piercing im Nabel. Zuerst dachte ich an ein zweites Vertikales, direkt unter dem normalen. Aber dann sähe mein Nabel zugestopft aus, und das wollte ich nicht. Also kam ich auf die Idee, es einfach horizontal stechen zu lassen, und suchte nach Bildern, ob das denn überhaupt geht. Ich suchte – und wurde eigentlich fast sofort fündig. Ich wartete noch zwei Monate, bis Mitte April, in denen ich mich möglichst von meiner Mutter fernhielt, um das erste Piercing ausheilen zu lassen, und ging zum Piercer, in dessen Geschäft ich des Schmuckes wegen ohnehin schon Stammkundin war.

Ich fragte ihn, ob er dies stechen könne, und darauf hob eine Azubi (K.) ihre Bluse an und meinte, er habe es bei ihr bereits gestochen. Wunderbar! Also machte ich einen Termin auf den nächsten Dienstag fest. An besagtem Dienstag kam ich dann und S., eine andere Azubi, sollte assistieren. Ich suchte mir den Schmuck aus (einen CircularBarbell aus Titan, mit 4 mm kugeln – damit ich nicht so leicht hängen bleibe). Wir gingen die Treppe hoch, zeichnete eine gerade Linie an, ich legte mich auf diese seltsame Liege, und S. sollte die Hautfalte nehmen...Nun ist das Problem, dass ich ziemlich schlank bin, und daher im Liegen nicht allzu viel an Bauch da ist, was man hätte greifen können – also nahm S. zuviel Haut, weil sie es seltsamerweise sonst überhaupt nicht gegriffen bekommen hat. Nun war die gute S. wohl anscheinend leicht nervös, denn ihre Hände verrutschten, sodass die Hautfalte schief zwischen ihren Fingern klemmte, und somit auch schief in der Zange war. Der folgende Ablauf des Stechens muss wohl nicht näher erläutert werden – das kennen wir ja alle (ich habe übrigens auf Betäubung verzichtet, da die meines Erachtens sowieso nicht von Nutzen ist.) Ich konnte das ganze ohnehin nicht beobachten, da ich lag. Nach dem Stechen kam direkt ein Pflaster drauf, was mich wunderte – normalerweise schaut man doch nach, ob es ordentlich sitzt...

Nach ein paar Minuten stand ich auf, ging die Treppe hinunter und bezahlte – den seltsam stechenden Schmerz versuchte ich zu ignorieren – es war immerhin mein erstes Surface-Piercing, noch dazu an einer empfindlichen Stelle. Im Bus heimwärts saß ich in der Sonne, und es war einer der ersten richtig heißen Tage – mir wurde schlecht, daher schob ich den intensiver werdenden Schmerz auf meinen Kreislauf, der in der Hitze streikt, ich vertrage große Wärme nun mal nicht. Sobald ich dann zuhause war, wollte ich die Wunde dann das erste Mal desinfizieren, nahm das Pflaster ab, stelle mich vor den Spiegel und war schockiert, und zugleich wurde mir auch klar, woher der Schmerz kam: das Piercing war schief, und der Stichkanal zu lang, sodass die linke Kugel in den Kanal zu rutschen drohte! Ich rief beim Piercer an, und klärte ihn über den Sachverhalt auf. Daraufhin fragte er, ob ich genügend Pflaster habe, und als ich es bejahte, sagte er, ich solle es rausnehmen, und er würde es mir dann später neustechen.

Also legt ich mich auf meinen Badezimmerboden, ertränkte das ganze in Octenisept, und versuchte, die Kugel loszuschrauben – Pustekuchen, sie waren zu fest. Also suchte ich mir irgendwoher zwei Zangen zusammen, und schraubte die linke Kugel ab, während ich die rechte mit einer gusseisernen Kombizange festhielt. Sobald die Kugel losgeschraubt war, verschwand auch schon der ganze Stab in der Wunde. Es blutete relativ stark, und ich habe erstmal „fusselfreies Tuch" (also festes Klopapier^^) draufgepresst und immer mal wieder desinfiziert. Nach zwanzig Minuten klebte ich ein Pflaster drauf, und lies es erstmal gut sein.

Die nächsten vier bis acht Tage hatte ich bei jeder Bewegung, die in irgendeiner Weise meinen Bach belastete, Schmerzen.

Also wartete ich, bis es abgeheilt war, und einen Monat später war ich wieder im Piercing-Studio. Diesmal war wieder K. da, und ich suchte mir einen Circular-Barbell aus Ptfe mit 3mm Kugel aus. Ich weiß, ein Surface-Barbell wäre zwar besser gewesen, aber die gibt es ja leider nicht aus Teflon, und ich lege größeren Wert auf die Beschaffenheit als auf die Form – darüber hinaus hatten die zu der Zeit nur zu lange und zu kurze Surface-Barbells da. Wir gingen also wieder hoch, es wurde alles im Stehen angezeichnet, im Stehen desinfiziert und auch im Stehen gestochen. Damals beim Arzt habe ich mir das gewöhnliche Nabelpiercing mit Betäubung stechen lassen – das tat nicht weniger weh als dies unbetäubte. Das ganze ging schön schnell, mein Kreislauf blieb stabil (was auch daran liegen könnte, dass es schlicht und ergreifen im Stehen geschah, und es diesmal ein kleines bisschen kühler war). Ich konnte quasi direkt nach Hause fahren, was ich dann auch getan habe.

Die ersten vier Tage tat es so gut wie gar nicht weh, bis dann das obligatorische Kribbeln einer heilenden Wunde einsetzte. Aber auch dann hatte ich keine Schmerzen, auch nicht, als ich das erste Mal dran hängen blieb – der Schmerz setzte dann am nächsten Morgen ein. Nach ca. drei Tagen war der aber auch schon wieder abgeklungen, und heute (vor zehn Tagen habe ich mich stechen lassen) ist auf beiden Seiten die Blutkruste abgefallen, die sich seltsamerweise nur an der inneren Seite der Wundränder gebildet hat. Da sich der Stichkanal dem Circular-Barbell wohl noch weiter anpassen wird, denke ich, dass die Aus- und Eintrittswunden noch ein wenig aufeinander zuwandern werden, was ich aber nicht schlimm finde, solange das ganze nicht rauswächst. Ich klebe es mit viel Platz ab, nicht, weil es wund ist, sondern damit ich nicht hängen bleibe, und die Heilung schneller vorangeht. Bis auf dieses eine Mal, an dem ich hängen geblieben bin, tut es nicht weh, wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich glatt sagen, dass es schon längst verheilt ist.

Ich bin glücklich mit diesem Piercing, aber meine nächsten Piercings werde ich dennoch höchstwahrscheinlich in einem anderen Studio machen lassen.


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