Schon in der Pubertät habe ich bemerkt, dass mich Piercings extrem anzogen und meine Aufmerksamkeit erregten. Vor 4 Jahren stieß ich zum ersten Mal auf die BME-Page. Ein gefundenes Fressen für meine Neugierde sozusagen.
At A Glance Author anonymous Contact anonymous@bme.anon When N/A Artist Ich Studio zu Hause Location Deutschland / Bayern Als ich mit 20 eine Ausbildung im medizinischen Bereich anfing bekam ich auch die Möglichkeit, relativ unkompliziert an Braunülen, Octenisept usw. zu gelangen. Während der Ausbildung wohnte ich zusammen mit einigen Mitschülern in einem Wohnheim und so ergab sich Abends auch irgendwann ein Gespräch mit einer – seit diesem Zeitpunkt – sehr guten Freundin über Körperschmuck im Allgemeinen. Schlussendlich war die Idee geboren, Ihr schon lange geplantes Bauchnabelpiercing selbst durchzuführen.
Das notwendige Material ( Braunüle 12 G, Octenisept, Dermascript Hautmarker und Magill-Zange zum Fixieren der Punktionsstelle ) besorgten wir im Rahmen unseres Klinikpraktikums im Lauf der nächsten Tage. Wir informierten uns über die Technik, die Risiken und Nachsorge. Da war BME natürlich mit vielen Erfahrungsberichten und Bildern eine gute Stütze. Den Schmuck bekamen wir bei einem nahe gelegenen Schmuck-/ Esoterikgeschäft, dessen Inhaber auch in einem separaten Raum Piercings durchführte. Sehr Laienhaft ausgedrückt bekamen wir einen „ Bananen-barbell „, wobei uns der Piercer zu einem längeren Exemplar für den Ersteinsatz riet.
Im Nachhinein betrachtet war es äussert blauäugig, sich nicht über das geeignete Material für den Ersteinsatz zu informieren. Also bitte nicht nachmachen! Am allerbesten geht man eh zu einem professionellen Studio um das Piercing durchführen zu lassen. Daran dachten wir damals jedoch nicht, auch wenn alles gut ging.
Mit dem gesamten Material im Wohnheim angekommen machten wir uns an unser Vorhaben.
Natürlich hatten wir auch eine Menge interessierter Mitbewohner, die unbedingt dabei sein wollten. Dadurch entbrannte dann auch erstmal eine heiße Diskussion, ob es nicht geschickter wäre, das Piercing im Stehen zu stechen um dann auch gleich die richtige Position zu treffen.
Abschließend kamen wir aber zu der Entscheidung, im Stehen zu markieren und im Liegen zu stechen.
Also markierten wir im Stehen den geplanten Ein- und Austrittspunkt, mit Handschuhen bewaffnet und nach gründlicher Desinfektion des Bauchbereichs um den Nabel herum legte sie sich auf den Rücken aufs Bett und ich fasste mit der Magillzange ( eine Zange, die eigentlich zum Entfernen von Fremdkörpern im Mund-Rachenraum gedacht ist, die jedoch aufgrund ihrer Ösen am vorderen Ende und der sterilen Verpackung bezüglich ihres eigentlichen Verwendungszwecks im OP-Bereich ganz gut geeignet erschien ) die markierte Stelle. Was absolut inadäquat war, ist die Tatsache, dass der Schmuck nicht steril verpackt war. Schon allein deswegen bitte nur zu seriösen Studios gehen! Wir haben den Schmuck allerdings immerhin eine halbe Stunde lang in ein Glas mit Hautdesinfektionsmittel eingelegt.
Das Stechen an sich ging dann recht unkompliziert und schnell. Mit der Braunüle stach ich in einem schnellen Zug durch die Hautfalte und zog gleich danach das Mandrin (die Nadel) aus dem Plastikschlauch zurück. Die erste Angst vor Schmerzen war bei meiner Freundin auch sofort vergessen, laut Ihrer Aussage hat sie außer dem Drücken der Zange vom Stich nichts gespürt. Danach schnitt ich das, zum Anschluss einer Infusion gedachte Ende ab um die Zange entfernen zu können.
Das Einfädeln des Schmucks in das Schläuchlein und das Zurückziehen des Plastikröhrchens war dann auch relativ unkompliziert. Wobei das Aufschrauben der Kugel im Anschluss mit den Handschuhen ein ziemlich kompliziertes Unterfangen war. Nach ein paar missglückten Versuchen hat das aber auch geklappt. Anschließend haben wir den gesamten Bereich noch mal mit Octenisept desinfiziert und für den ersten Tag und die erste Nacht mit einem Pflaster abgeklebt.
Laut meiner Freundin lief die Abheilphase absolut problemlos. Sie hat sich , zusätzlich zu dem Octenisept, noch eine Betaisodona-Salbe auf der Pflegestation besorgt und mit täglicher Sorgfalt war das Piercing nach ca 2 Monaten so gut wie abgeheilt und sie tauschte den Stecker gegen einen kürzeren, passenden.
Abschließend sei noch zu sagen, dass ich es niemandem raten kann und würde, solche Dinge selbst zu Hause zu machen. Auf der sicheren Seite ist man nur in professioneller Hand!
Mittlerweile bin ich der Sucht auch schon erlegen. 2 Wochen nach dem oben geschilderten Selbstversuch bin ich dann zusammen mit meiner Freundin in ein Studio und wir haben uns beide die Zunge stechen lassen. Eine Entscheidung die ich allen, die sich selbiges auch überlegen nur absolut empfehlen kann, da das Zungepiercing meiner Meinung nach eh eines der schmerzfreiesten überhaupt ist. Meins wurde zwar leider ein wenig schief gestochen, 1 Jahr später hab ich es aber noch mal gerade nachstechen lassen. Vor 4 Wochen war ich dann in der Nähe von München in einem absolut empfehlenswerten Studio und habe mir endlich den Tragus links stechen lassen. Es gäbe mit Sicherheit noch einige andere Stellen die mich sehr reizen würden. Aber zumindest offensichtliche Stellen sind in meinem Beruf leider nicht so gerne gesehen. Was auf jeden Fall noch kommen wird ist das Zungenbändchen und vielleicht ein zweites in der Zunge. Vielleicht gibt's davon dann noch einen ausführlichen Bericht bei BME.