Labret selbst gestochen
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Author maddox
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IAM maddox
When Three months ago
Artist Ich
Studio Badezimmer
Location zu Hause
Mein selbst gestochenes Labretpiercing

An einem Sonntagabend entschloss ich mich dazu mir ein neues Piercing zu stechen.

Eigentlich mag ich an mir selbst keine Gesichtspiercings, aber ein Labret gefiel mir schon immer ganz gut.

Da ich während meiner 8 Jahre andauernden Bundeswehrzeit im Sanitätsdienst eingesetzt war und dort eine medizinische „Ausbildung" bekommen habe ist mir der Umgang mit Kanülen, Desinfektion, etc. sowie „steriles" arbeiten vertraut.

Auch Kenntnisse der Anatomie des Menschen sind mir nicht fremd. Des Weiteren habe ich mich im Vorfeld durch das lesen von Berichten, ansehen von Bildern etc. Ausreichend über ein Labretpiercing informiert. Ich beschloss also mir dieses Piercing selbst zu stechen. Kann ja keine große Sache sein. Eine neue Erfahrung für mich, schaffe ich diesen Schritt ? Kann ich das wirklich machen ?

Da ich keine Piercingzange besitze musste das stechen dann Freihändig geschehen, ist ja auch nicht schlimm.

Ich ging also ins Badezimmer und legte mir mein Werkzeug zurecht. Eine sterile Braunüle (2,1mm), eine Schere, Desinfektonsmittel (Lysterine für innen und Neo Kodan für außen), einen Stift zum markieren, Handschuhe, Küchenrolle und Octenisept für danach. Den Labret Stud (1,6mm) legte ich erst einmal in einen kleinen Becher mit Desinfektionsmittel. Da die ganze Aktion dann doch eher spontan ablief, hatte ich nicht die Zeit den Schmuck noch irgendjemandem zum sterilisieren zu geben. Die Schere wurde ebenfalls mit reichlich Desinfektionsmittel (Neo Kodan) behandelt.

Zunächst wusch ich mir die Hände gründlich mit Wasser und Seife, anschließend rieb ich diese mit einem Hände-Desinfektionsmittel ein. Nachdem das desinfektionsmittel verdunstet war zog ich mir die zuvor bereit gelegten Handschuhe an (unsterile Untersuchungshandschuhe aus Latex, ungepudert).

Als ersten Schritt habe ich meine Unterlippe innen wie außen genau inspiziert, Lage des Lippenbändchens, mögliche Position des Steckers, Blutgefäße (sofern sichtbar). Der Stich sollte von innen nach außen erfolgen, sodass ich das Lippenbändchen nicht durchsteche und der Stud nicht zu nah am bzw. direkt auf dem Lippenbändchen liegt. Nachdem ich die passende Stelle markiert hatte erfolgte eine Desinfektion von innen (Lysterine) und außen (NeoKodan). Langsam aber Sicher machte sich eine gewisse Nervosität breit, der Adrenalinspiegel stieg stetig an. Meine Hände fingen an leicht zu zittern.

Als nächstes öffnete ich die Verpackung der Braunüle und legte mir diese in Griffweite zurecht. Die zuvor desinfizierte Schere legte ich daneben. Den Stud holte ich aus dem Becher mit Desinfaktionsmittel und legte diesen ebenfalls bereit. Der Adrenalinspiegel stieg stetig weiter.

Mit der linken Hand zog ich also die Unterlippe nach vorn, die Nadel hatte ich im Röhrchen zurück gezogen, sodass ich das Röhrchen erstmal ansetzen konnte ohne gleich zu zustechen. Noch einmal durchatmen, konzentrieren und los.

Mit anfangs leichten Druck drückte ich auf die Nadel, welches sich nun in die Lippe bohrte, ein leichter schmerz entstand.

Ich drückte nun etwas fester zu, die Nadel glitt sehr leicht durch die Unterlippe, ich konnte die Spitze schon an der Außenseite sehen. Noch ein kleines Stück und der „Überzug" der Kanüle welche übrigens 2,1mm hatte war zu sehen. Der erste Schritt war geschafft, die Nadel war durch. Ich schob die Kanüle noch ein stück weiter, damit ich das Röhrchen unten fassen konnte. Nun entfernte ich die Nadel aus dem Überzug. Vom Röhrchen schnitt ich den oberen Teil (normalerweise der Anschluss für die Infusion) mit der bereit liegenden Schere ab und setzte den Stud in das Röhrchen ein. Trotz zittriger Finger gelang mir dies problemlos. Es ist schon lustig wie viel Spucke sich in so kurzer Zeit sammeln kann, diese lief mir nämlich aus dem Mund und tropfte ins Waschbecken.

Ok der Stud war eingefädelt, ich zog also während ich den Stud durch leichten Druck fixierte am Röhrchen um den Stud im frischen Stichkanal zu platzieren. Es war geschafft, der Stud saß nun in meiner Unterlippe. Geblutet hat es während und nach dem stechen überhaupt nicht.

Jetzt musste ich nur noch die Kugel dran schrauben, was gar nicht mal so einfach ist, da man den Stud ja noch festhalten muss.

Nach ca. 2 Minuten hatte ich die Kugel festgeschraubt, das Piercing saß gerade und schaut einfach gut aus. Ich hatte es geschafft, mein selbst gestochenes Labret.

Noch ein wenig Octenisept von außen und noch einmal Lysterine zum spülen, um das ganze noch mal abschließend zu desinfizieren das wars. Die Adrenalin ausschüttung war nun auf ihren Höhepunkt, ich war totatl aufgeputscht.

Großartig angeschwollen ist meine Unterlippe auch nicht, gut so.

Die Abheilphase verlief absolut Problemlos, obwohl der Stud ein wenig zu kurz war. Zweimal täglich (morgens und abends) entfernte ich das getrocknete Wundsekret und desinfizierte das neue Piercing mit Octenisept. Nach gut 3 Wochen war alles soweit verheilt das Piercing trage ich immer noch. Mittlerweile habe ich mir einen etwas längeren Stud besorgt, was dem Tragekomfort doch zu gute kommt.

Fazit:

Eine gute Erfahrung, ein selbst gestochenes Piercing weis man irgendwie mehr zu schätzen.

Es kostet zwar etwas an Überwindung, aber wenn man erstmal dabei ist überwiegt doch die Vorfreude.

Warnung :

Selbstpiercen ist kein Spaß den man mal eben zwischendurch machen sollte. Wenn man sich nicht absolut sicher ist was man da tut sollte man es lassen.

<b>Kid's don't try this at home</b>


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