Hallo, ich möchte euch heute schildern, wie ich zu meinem Zungenpiercing gekommen bin. Auch wenn es ein nicht ganz kurzer Weg war, den ich gehen musste.
At A Glance Author anonymous Contact anonymous@bme.anon When A week ago Artist Franz Studio wo es wurde getan Location Illertissen Zum erstem mal gesehen habe ich ein Zungenpiercing vor ich denke mal gut 10 Jahren in einem Musikvideo. Damals lies sich damit tatsächlich noch schocken. Geschockt war ich weniger. Eher sehr fasziniert, wie so etwas möglich sein. Außerdem war da immer noch der erotische Reiz.
Mit den Jahren wurden Zungenpiercings in unserer Gesellschaft häufiger und auch immer akzeptierter. Auch wenn die allgemeine salonfähigkeit, meiner Meinung nach, bis heute leider noch nicht erreicht ist.
Wie dem auch sie. Ich fand die Idee selber so ein Schmuckstück in mir zu tragen mit der Zeit immer aufregender. Was mich davon abhielt? Meine extreme Angst vor Nadeln (Bin schon mal beim Blutnehmen umgekippt) und auch der Gedanke, dass das bei Männern einfach nur schwul (Man verzeihe mir hier diesen Ausdruck bitte, aber so wars) aussieht. Da ich später mal ins Lehramt möchte bietet es sich sowieso nicht sonderlich an aus der Norm zu fallen. Für Unterricht werden Normalos bevorzugt, was ich auch verstehen kann.
Der Wunsch wurde aber immer größer. Die Hoffnung immer kleiner.
Als ich mit meiner jetztigen Freundin zusammen gekommen bin kamen wir auch relativ schnell auf das Thema Piercing zu sprechen. So offenbarte sie mir auch, dass sie selbst gerne ein Zungenpiercing hätte. Im Übrigen war sie der Meinung, dass es mir gar nicht so schlecht stehen würde. Dies und eine ordentliche Portion Ironie von beiden Seiten veranlassten mich spontan zu sagen: Ja ich mache mit, wenn du gehst, lass ich es mir mitmachen.
So dann begann die Studiosuche. Nach einigen Studios die wir besucht hatten (und da waren wirklich üble dabei. Bei einem in München war ein Hund im Studio), entschlossen wir uns für das Color Phantasy in Illertissen (liegt an der A7 in Süddeutschland). Von diesem Studio hatten wir auch schon viel aus unserem Bekanntenkreis gehört und nur Gutes dazu.
Dort sollte es geschehen.
Nach telefonischer Rücksprache fuhren wir am Freitag, den 13. Oktober dann ins Studio. Man, hatte ich Schiss, die Nadel setze mir geistig ganz schön zu. Meine Freundin tat ihr bestes und bot sich als Händchenhalter an.
Im Studio mussten wir dann ca. eine halbe Stunde warten, da noch andere Leute vor uns dran waren. Die tat meiner Nervosität nicht unbedingt besser.
Dann waren wir an der Reihe und wurden ins Piercingzimmer gerufen. Dort wurden uns alle Fragen - und davon hatten wir trotz eines Vrobesuches noch genügend - geduldig beantwortet. Ebenso der genaue Ablauf.
Dann war es soweit. Ich hatte am Tag zuvor durch Münzwurf "gewonnen" und durfte somit als Erster.
Zuerst wurde meine Zunge kontrolliert, ob sie überhaupt zu piercen ist. Da aber keine Blutgefäße im Weg waren ging es weiter. Ich setzte mich auf die Liege und Franz der Piercer zeichnete mir einem Stift zwei mögliche Positionen an, die er sich gut vorstellen konnte. Nachdem ich es mir im Spiegel angesehen hatte entschied ich mich für den hinteren Punkt.
Nun musste ich die Zunge weit herausstrecken. Mit einer Zange wurde dann mein "Lappen" so zusammengeklemmt, dass durch den angezeichneten Punkt gestochen werden konnte.
Ich schloss die Augen und spürte wie die Nadel angesetzt wurde. Was folgt war, wie ich die Nadel von unten nach oben durch meine Zungen gleiten spürte. Direkte Schmerzen hatte ich keine. Es war vielmehr mit einem mittelstarken krazens zu spüren. Und schwups war der Stich überstanden. Die Nadel wurde aus der Braunüle gezogen und das im Stickkanal verbleibende Röhrchen gekürzt.
Der Schmuck wurde von unten nach oben durch die Zunge geschoben. Das hat ein bischen gedrückt, war aber auch kein Schmerz. Nach dem Aufschrauben des Balls konnte ich meine Zunge wieder in den Mund zurücknehmen.
Es folgte das Ausspülen und fertig. Ich hatte mein Zungenpiercing.
Das ganz wurde bei meiner Freundin wiederholt. Beim Zusehen muss sagen, schon ein bischen ekelig. Besonders wenn die Nadel beim Austritt die Zunge etwas nach oben drückt. Aber das ist auch schon alles.
Anschließend wurde uns die Nachsorge erklärt. Wir erhielten die Pflegemittel für die nächsten Tage und es wurde uns erklärt, wie wir es mit der Ernährung halten sollten.
Fertig.
Wir verliesen das Studio um uns im Auto mit Kamillenteeeiswürfeln zu versorgen.
Das ganze ist jetzt 5 TAge her. Nachdem die Zunge bei uns beiden an den ersten beiden doch ganz gut geschwollen war ging es bei dann doch recht schnell bergauf. Sie konnte bereits am nächsten Tag wieder völlig normal essen, während es bei mir doch bis Montag gedauert hat, bis ich wieder vernünftig essen konnte. In dieser Zeit habe ich fast 3 kg abgenommen. Auch net schlecht.
Mitte nächste Woche werden wir dann zum Schmuckwechseln fahren um die kürzeren Stecker eingesetzt zu bekommen. Freu mich schon drauf.
Insgesamt lässt sich sagen, dass es sich bis jetzt auf jeden Fall gelohnt hat. Beim vorsichtigen küssen fühlt es sich echt geil an und der Umgebung auffallen tuts auch nicht. Es wissen bis jetzt nur die Leute, denen wir es gezeigt haben. Da kommen zum Teil echt lustige Reaktionen rüber.
Interessant war auch, dass trotz Schwellung nichts zu hören war. Es ist jedenfalls auch auch Nachfrage keinem unserer Freunde aufgefallen.
Also, wer Zweifel hat oder Angst. Lass dir sagen, es ist echt nich schlimm. Es lohnt sich und der Spass danach ist echt gut.