Seit langer Zeit nervt mich mein Mann, ich soll mir weitere Piercings stechen zu lassen.
At A Glance Author anonymous When It just happened Artist Andrea Studio Deep Metal Location Dortmund Man kann sagen, es hat uns richtig gepackt...
Ich habe seit vielen Jahren acht Intimpiercings (innere und äußere Schamlippen, KVV und KVH, mit denen ich sehr zufrieden bin und die sehr viel Spaß machen), zwei im Bauchnabel. Ohrringe zählen ja nicht.
Mein Mann hat gepiercte Nippel, einen PA, Frenum und mehrere am Sack (wovon er mit den ersten sehr viel Spaß hat, die Sackpiercings eher der Optik dienen).
Meine Nippelringe und Stege längs musste ich leider rausnehmen... sie waren ständig entzündet, ein Nippelring war kurz vorm rauswachsen. Ich werde sie mir über kurz oder lang nochmal stechen lassen - dieses Mal von Andrea. Geplant sind auch noch weitere Intimpiercings.
Piercings zu haben ist super, das Stechen und abheilen brauche ich nicht... So habe ich mich mehrere Jahre vor dem erneuten Stechen gedrückt. Mein - und vor allem sein Wunsch war aber immer da nach neuen Piercings.
So habe ich mich in der letzten Zeit intensiv im Internet rumgetrieben, gelesen, Bildchen geguckt... und mich für ein Zungenpiercing entschieden. (Ich hatte mal ein gepierctes Zungenbändchen, das heilte auch recht flott und hat mich nicht eingeschränkt.) Weitere Schamlippen- oder Nippelpiercings kamen erstmal nicht in Frage, da die letzten Male die Schamlippen sehr lange gebraucht haben, bis sie nicht mehr zwickten und Nippel heilen auch bei mir sehr schlecht. Da wir außerdem demnächst gößere Renovierungsarbeiten vor haben und ich recht viel Oberweite habe... keine gute Idee...
Und auf einmal passten auch alle Voraussetzungen für ein Zungenpiercing.
Ich MUSSTE ein neues Piercing haben und zwar JETZT.
Ich habe die nächsten zwei Wochen Urlaub. Das ist gut, denn im Job habe ich Kundenkontakt und muss sehr viel reden.
Und meine Eltern und Schwiegereltern, die Piercings nicht aufgeschlossen gegenüber stehen, sind auch im Urlaub.
Also bin ich auf Andreas Homepage gegangen und habe mir die Öffnungszeiten rausgesucht, eine Wegbeschreibung ausgedruckt (ich war zuletzt in ihrem alten Studio) und bin nach Dortmund gefahren. Da bin ich erstmal drei Mal um den Block gefahren, bis ich das Studio endlich gefunden habe. Die Bauarbeiten haben das auch nicht einfacher gemacht... aber endlich habe ich's dann gefunden.
Seit gestern war ich aufgeregt, heute war ich noch aufgeregter. Als ich ins Studio reinkam saßen ein paar Leute da und warteten. Andrea war gerade am piercen. Das Mädchen, das frisch gepierct rauskam, nahm schon mal zwei der Wartenden mit. Danach und verarztete sie erstmal den Mann, der noch vor mir dran war. Das war aber nur ein Schmuckwechsel. Zum Glück darf man bei Andrea im Warteraum rauchen. Ich hab erst Mal drei Zigaretten auf Vorrat geraucht, denn ich wusste noch, dass man einige Stunden nach dem Piercen nich rauchen darf.
Andrea lässt sich nämlich immer viel Zeit, beantwortet alle Fragen und kontrolliert lieber dreimal, ob sie alle Gerätschaften rausgelegt hat.
Zwischendurch wurde ich von Andreas "Azubi" nach meinen Wünschen gefragt und bekam ein Aufklärungsblatt - wie beim Arzt. Es wurde nach Krankheiten, Medikamenten usw. gefragt. Danach kam Andrea zu mir und hat den Merkzettel mit mir besprochen. Wir haben ein wenig gescherzt, wie sich meine Neurodermitis auf der Zunge auswirken könnte. Danach sind wir dann zusammen in den "Behandlungsraum" gegangen.
Sie hat all ihre Gerätschaften bereitgelegt, meine Zunge vermessen, damit der Stab die richtige Länge hat. Dann wurde meine Zunge durchleuchtet und von allen Seiten begutachtet. DEr Azubi, dessen namen ich leider nicht weiß, hat sich auch alles genau angesehen. Dann haben wir gemeinsam den Sitz des Piercings besprochen und Andrea hat die Stelle mit einem Stift markiert. Ich bekam von Andrea in einem Plasikbecher einen Schluck Listerine zum desinfizieren und musste vielleicht ne knappe Minute damit meinen Mund spülen. In der Zwischenzeit hat Andrea sich die Hände gereinigt.
Das Unangenehmste an der ganzen Sache war das Ansetzen der Klammer. Beim ersten mal saß sie noch nicht perfekt. Der Sitz der Klammer musste noch einmal korrigiert werden. Dabei hat Andrea die Klammer noch ein bisschen fester zusammen gedrückt und arretiert. Das hat ordentlich gezwickt, so dass ich den eigentlichen Stich kaum gespürt habe. Danach hat sie die Braunüle angesetzt und sehr schnell gestochen. Den Einstich hat man etwas gemerkt und als die Nadel an der Oberfläche der Zunge wieder raus kam. Die Nadel selbst hat sie schnell wieder raus gezogen. Das Plastikröhrchen wurde abgeschnitten und fiel runter. Etwas unangenehm war nochmal das Durchfädeln des Stabs. Aber auch das gin ganz schnell. Der Stab wurde mit einer Klemme fixiert und die Kugel aufgeschraubt. Und schon war ich fertig.
Wir haben noch etwas geplaudert und nächste Woche fahre ich hin zum Schmuckwechsel. Hierzu bekam ich einen Schmuckwechsel-Pass.
Ach ja, ein Merkblatt mit Pflegenhinweisen und Andreas Telefonnummer und Handynr. habe ich auch mitbekommen. Sie ist übrigens immer erreichbar - auch für Notfälle.
Jetzt, fünf Stunden nach dem Piercing, ist meine Zunge etwas geschwollen und tut auch ein wenig weh. Essen (Brot und Fleisch) klappte vorhin nicht so gut - es tat einfach weh. Na, dann gibts morgen eben Joghurt, Suppe, Eintopf oder so... und gleich noch ein Eis.
Mein Mann hat sich übrigens riesig gefreut, weil er sich ein Zungenpiercing schon sehr lange an mir gewünscht hat. Vielleicht fährt er ja zum Schmuckwechsel nächste Woche mit und lässt seinen PA-Ring wechseln... Und vielleicht lasse ich mich in naher Zukunft noch zu ganz anderen Piercings "überreden"
Danke nochmal an Andrea, war wieder sehr nett und äußerst professionell.