Endlich, mein erstes Piercing
At A Glance
Author Nick
Contact Nick@bme.anon
IAM nicks83730
When Two years ago
Artist Claudia
Studio I forgot this.
Location Munich, Germany
Ich heisse Nick, wohne in München und bin 24 Jahre alt. Bodmods faszinieren mich seit meinem 16. Lebensjahr. Leider brachte ich lange Zeit nicht den Mut dazu auf, mich selbst piercen zu lassen. Ich kann keinen genauen Grund dafür angeben. Ich wollte es damals, weil einfach die Möglichkeit besteht, und es mir nich nehmen lassen will, sie zu nutzen. Mein gesamtes Umfeld war in keiner Hinsicht dazu positiv eingestellt. Alle empfanden Piercings nur als anormal und krank. Ich versuchte mir also einen Partner zu suchen, der diesen Geschichten gegenüber positiv eingestellt war. Meine ersten Erfahrungen habe ich dabei mit homosexuellen Männern gesammelt. An diesen faszinierten mich vor allem deren beschnittene Schwänze (ja, ich hab es dann auch machen lassen!) und: Ali hatte ein Zungenpiercing! Ich wusste sofort, dass ich auch so etwas haben wollte. Aber was würden die Kollegen und Freunde dazu sagen? Ohne seelische Unterstützung eines Partners würde ich es nicht machen lassen.

Wie das Leben so spielt, sammelte ich darauf wieder Erfahrungen mit Mädchen. Aber die Faszination für die gepiercte Zunge blieb. Ich brachte das Thema immer wieder ganz vorsichtig zur Sprache, aber ich hörte von meinen Partnerinnen immer wieder, dass sie so etwas für abstossend hielten.

Dann lernte ich meine heutige Freundin kennen. Sie selbst hatte damals vier Piercings. Mir Sie war genau wie ich besessen von ihnen. Sie war von der Idee auch mir die Zunge durchstechen zu lassen sofort begeistert. Diese Unterstützung habe ich gebraucht. Nun war ich bereit, die Reaktionen meiner Umwelt zu ertragen. So ging ich ziemlich aufgeregt gemeinsam mit ihr zu ihrer „Stammpiercerin".

Zunächst war ich über die freundliche Atmosphäre im Studio erstaunt. Ich hatte mir einen dunklen Shop vorgestellt, kam aber in einem hellen, freundlichen Laden an. Mir stockte noch etwas der Atem als ich zur Piercerin sagte, dass ich gerne ein Zungenpiercing hätte. Dann füllte ich erst mal die Einverständniserklärung aus. Claudia zeigte mit den Barbell, den sie einsetzen würde, und brachte ihn zum Sterilisieren. Die Wartezeit erschien mir schrecklich. Das Herz ist mir in die Hose gesunken, aber jetzt noch einen Rückzieher wollte ich auch nicht machen.

Nach einiger Zeit kam ich dann in den Raum indem das Piercing gestochen wurde. Claudia erklärte mir die Prozedur, obwohl ich mir nicht wirklich sicher war, ob ich es hören wollte. Dann sollte es soweit sein. Sie kontrollierte, ob an der zu piercenden Stelle kein größeres Blutgefäss verläuft. Als das okay war, träufelte sie ein Betäubungsmittel auf ein Vlies, und presste es von oben und unten auf die Zunge. Nach einiger Zeit war die Stelle taub, und ich bekam eine antibakterielle Lösung zum Mund ausspülen. Anschliessend ging es los. Das erste Hindernis war, dass ich, als ich die Zunge weit herausstrecken sollte, kein Gefühl mehr hatte, und nicht genau wusste wie weit sie tatsächlich draussen war. Nachdem das Problem erledigt war schloss ich die Augen. Ich spürte leicht wie sie meine Zunge mit der Zange und ihren Gummihandschuhen in der richtigen Position fixierte. Ganz leicht fühlte ich wie sich die Nadel durch meine Zunge bohrte. Der große Schmerz blieb aber aus. Als ich unvorsichtigerweise etwas zu früh die Augen öffnete sah ich gerade noch wie sie die Kanüle über die Nadel schob. Der Barbell der mir „eingebaut" werden soll erschien mir riesig. Aber kurze Zeit später war er drinnen. Das Prozedere beendet. Claudia erzählte mir noch, wie ich mit dem Piercing zunächst essen (Brei!), dass ich mir mehrmals täglich mit einer Mundspülung den Mund desinfizieren und nach einigen Wochen den zu langen Stift durch einen kürzeren auswechseln sollte. Dann zahlte ich, und verliess mit meiner Freundin den Laden.

Die Schmerzen setzten erst am nächsten Tag ein. Als ich aufstand hatte meine Zunge etwa die doppelte Dicke erreicht. Ich lispelte und wollte wirklich nichts Festes essen. Ich bedolgte genau Claudias Ratschläge und schon nach einem weiteren Tag war die Schwellung deutlich zurückgegangen. Nun machte ich aber den Fehler sofort wieder wie üblich zu essen, und prompt war die Zunge wider geschwollen wie zu Beginn. Also ernährte ich mich die folgende Woche nur noch von Suppen und weichgekochten Nudeln. Nach dieser Zeit hatte sich alles wieder normal eingespielt. Ich konnte normal sprechen, die Zunge war wieder normal dick und ich konnte normal essen. So war es nach etwa drei Wochen soweit, das ich auf einen wesentlich kürzeren Barbell wechselte. Ich hatte mein erstes Piercing überstanden.

Die Reaktionen meines Umfelds fielen allerdings aus. Niemand hat meinen Stecker bemerkt, es sei denn, ich habe es ihm aus freien Stücken gezeigt. Alles in allem ist es also eine ziemlich diskrete Angelegenheit. Meine Freundin und ich schätzen dieses Piercing, welches das erste einer Reihe von mir war. Mittlerweile habe ich es auf 3,2mm problemlos gedehnt. Wer sich allerdings eine Luststeigerung davon beim Oralverkehr erwartet, den müsste ich enttäuschen. Ausser der größeren Identifikation mit dem eigenen Körper können wir beide durch die Stimulation mit Hilfe des Piercings keine Veränderung beim Sex bemerken. Auch beim Küssen kann ich keinen großen Lustgewinn beobachten.

Als Fazit bleibt mir zu sagen: Für mich hat sich sie Zunge zu piercen gelohnt. Es gehört einfach zu meiner Persönlichkeit und ich hätte es schon viel früher tun sollen. Seid ihr von diesem Piercing fasziniert kann ich euch nur dazu raten.


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