Tragen Sie einen profunden und aussagefähigen Namen hier ein
At A Glance
Author Lutz
Contact residuum123@gmx.net
When A week ago
Location Frankfurt
Hallo BME-Gemeinde!

Nachdem ich jahrelang ein aufmerksamer, aber leider "passiver" Leser von BME bin, kann ich Euch endlich auch mal meine Erfahrungen mit meinem ersten Piercing schreiben. Ich will damit vielleicht den einen oder anderen unter Euch ermutigen, nicht seine Neigungen zu unterdrücken, sondern sein Leben zu bereichern und das zu tun, was Ihm oder Ihr wirklich Freude macht.

Da ich in meiner Familie keinen finden würde, der Verständnis für Piercings oder sogar Body-Art hat, bin ich darüber hinaus sehr froh, daß ich über BME eine Plattform für mich gefunden habe und meine Neigungen mit Euch teilen kann.

Ich habe schon vor vielen Jahren ein großes Interesse an Piercings entwickelt, was ich aber leider nicht frei äußern konnte. Meine Eltern, bei denen ich damals noch als Schüler wohnte, waren und sind wirklich sehr konservative Menschen und würden niemals ein Piercing dulden geschweigedenn auch nur ansatzweise verstehen. Deshalb habe ich mich nie auch nur getraut, meinen großen Wunsch zu äußern. Darüber hinaus hätte ich mir nach Erstreiten der elterlichen Zustimmung ständig intolerante Bemerkungen anhören müssen, so daß ich meinen Neigungen nur heimlich, im Internet über BME freien Lauf lassen konnte. Nachdem ich dann nach ein paar Jahren des "stillen Leidens" angefangen habe, Elektrotechnik zu studieren und folglich auch nicht mehr bei meinen Eltern wohne, brauchte ich mich auch nicht mehr vor der Familie zu rechtfertigen, warum und wieso ich eine solche "entartete" Freude an Piercings habe. Allerdings getraut, ein Piercings schlußendlich stechen zu lassen, habe ich mich bis dahin immer noch nicht.

Dieser Zustand des ständigen Haderns mit sich selbst, dem Zweifeln, ob etwas mit einem selbst „nicht stimmt", weil man sich für „solche Sachen" interessiert und dem Selbstverständnis irgendwann mal gepierct zu sein, habe ich mich über die Jahre beschäftigt und auch belastet.

Jedesmal wenn ich unterwegs eine Frau oder einen Kerl mit einem Piercing gesehen habe, habe ich mir vorgestellt, wie es wohl ist, auch ein solches Stückchen Metall in der Haut zu haben und es ständig zu fühlen bzw. damit zu spielen... Diese Vorstellung hat mich manchmal ganz verrückt gemacht, zumal ich sie keinem erzählen konnte.

Nachdem ich jetzt fast am Ende meines Studiums bin, hat sich ein immer größeres Verlangen nach einem Piercing aufgebaut, so daß ich mich in den letzten Wochen immer eindringlicher mit dem konkreten Piercen beschäftigt habe und mit letzte Woche endlich eines habe stechen lassen!

Die Entscheidung ist dabei zugunsten eines Zungenpiercings ausgefallen, da ich das besonders schön und reizvoll finde und man es gut mit einem Arcyl-Retainer verstecken kann. Das ist mir erstmal sehr wichtig.

Da die eigentliche Prozedur des Piercens hier schon oft beschrieben wurde, möchte ich an dieser Stelle etwas abzukürzen: Ich war vorher ziemlich aufgeregt, es ging sehr schnell, Schmerzen hatte ich fast keine und es sieht einfach nur scharf aus: Ein 10g Barbell mit 6mm Kugeln mitten durch die Zunge! Nicht zu klein und nicht zu groß....Mein Wunschpiercing...Ich bin endlich gepierct! Was für ein Gefühl!

Daheim angekommen, bin ich gleich erstmal zum Spiegel gelaufen und habe mein geiles Piercing genauestens begutachtet. Es ist kaum zu glauben, daß man ein solches Verlangen nach einem kleinen Stückchen Metall am Körper haben kann...

Die anschließende Schwellung der Zunge hielt sich dabei in nicht zu unangenehmen Grenzen und war, dank der Kühlung mit viel (leckerem... ) Eis, nach zweieinhalb Tagen nicht mehr besonders ausgeprägt.

Jetzt, nachdem ich jetzt nach einer vergangenen Woche mit meinem hart vor mir selbst erkämpften Zungenpiercing hier daheim sitze, Euch diese Zeilen schreibe und mit dem Barbel in meiner Zunge ständig im Mund herumspiele, frage ich mich, wieso ich um alles in der Welt so lange damit warten konnte! Es ist einfach ein saugutes Gefühl und ich werde mich in jedem Fall weiter piercen lassen!

Die nächsten wird in jedem Fall ein Nabelpiercing und dann wohl noch ein supergeiles Prince-Albert. Wenn ich mich dann schlußendlich bei meinen Eltern mit meiner Vorliebe zur Body-Art "geoutet" haben sollte (davor habe ich immernoch einigen Respekt...) , kommt vielleicht noch ein Labret dazu. Es soll ja auch jeder auf den ersten Blick sehen, daß ich gepierct bin!

Überhaupt, wenn es völlig nach meinem Willen ginge, würde ich mich auch noch mit einem großen, sexy Tribal-Tattoo auf dem Bauch und/oder Rücken verschönern lassen, um meinen Wünschen ganz gerecht zu werden. Aber das kommt wohl erst, wenn ich die richtige Partnerin gefunden habe, die meine Neigungen mit mir teilt.... Das dauert aber hoffentlich nicht wieder so lange.

Insgesamt wünsche ich mir, daß ich dem einen oder anderen Leser bzw. Leserin mit meinem Erfahrungsbericht und dem daraus folgenden Entschluß eine Ermunterung geben konnte, daß zu tun, was man im Innersten fühlt und sich nicht durch die verdrehten Ansichten von anderen leiten zu lassen. Denn gerade wenn man nicht in das übliche Raster paßt, ist es oft schwer, gegen den Strom zu schwimmen zu seinen Wünschen zu stehen. Aber nur Mut, es gibt immer eine Lösung und im Zweifelsfall auf die innere Stimme hören.

Beste Wünsche Euch allen und frohes Piercen,

Lutz


Disclaimer: The experience above was submitted by a BME reader and has not
been edited. We can not guarantee that the experience is accurate, truthful,
or contains valid or even safe advice. We strongly urge you to use BME and
other resources to educate yourself so you can make safe informed decisions.


Return to Tongue / Center